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Hamburg

Bewährungsstrafen für Tod von Lara Mia

16. Juli 2010 | 13:42 Uhr | Von dpa

Jessica R. zeigte gestern nach dem Urteil den Mittelfinger.

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Sie ließen ihr neun Monate altes Baby verhungern: Das Hamburger Landgericht hat die 19-jährige Mutter von Lara Mia zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ihr Ex-Freund erhielt neun Monate auf Bewährung.

Tatenlos sahen sie zu, wie die kleine Lara Mia aus Hamburg bis auf die Hälfte ihres Normalgewichts abmagerte und starb: Die 19-jährige Mutter und ihr drei Jahre älterer Ex-Partner wurden deshalb am Freitag zu Jugendstrafen von zwei Jahren sowie neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sprach beide wegen gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht schuldig. Bei der Mutter kam noch Misshandlung von Schutzbefohlenen hinzu. "Sie hätten merken müssen, dass das Kind viel zu dünn war," sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung. "Aber es ging ihnen eher darum, ihren Interessen nachzugehen." 

Der neun Monate alte Säugling war 2009 tot in der elterlichen Wohnung gefunden worden. Zum Todeszeitpunkt wog die Kleine nur noch 4,8 Kilo - das Doppelte wäre normal gewesen. Doch die Todesursache blieb unklar, da Rechtsmediziner einen plötzlichen Kindstod nicht ausschließen konnten. "Das war ein Umstand, der zufällig dazu kam", sagte der Richter. Die Kammer sprach beide Angeklagte vom Vorwurf des versuchten Totschlags frei, denn sie hätten noch versucht, das bereits tote Mädchen wieder zu beleben.

"Lara Mia hatte die Aufgabe, die Angeklagte zu versorgen."

Anders als ihr Ex-Freund, der nicht der leibliche Vater des Kindes ist, machte sich die 19-Jährige Mutter auch der Misshandlung Schutzbefohlener schuldig. Sie habe ihr Kind "böswillig" vernachlässigt, sagte der Vorsitzende. Um vor ihrer Familie nicht eingestehen zu müssen, dass sie mit dem Kind überfordert war, habe sie den kritischen Zustand verheimlicht. Mit der Schwangerschaft habe sie sich vor schulischen Pflichten drücken wollen und sich von einem Kind außerdem finanzielle Vorteile versprochen. "Lara Mia hatte die Aufgabe, die Angeklagte zu versorgen, obwohl es andersrum hätte sein müssen", sagte der Richter.
Nachbarn und Angehörige hatten bemerkt, dass Lara Mia immer dünner wurde und Alarm geschlagen. Doch es passierte nichts - weder die Mutter und ihr Ex-Lebensgefährte, noch eine zuständige Sozialarbeiterin gingen mit der Kleinen zum Arzt. Der Tod von Lara Mia hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und in Hamburg eine Diskussion um die Verantwortung der Behörden ausgelöst. In einem separaten Verfahren wird sich die Mitarbeiterin des Rauhen Hauses verantworten müssen, die Mutter und Kind im Auftrag des Jugendamtes betreute.

Die Staatsanwältin und die Verteidigung hatten am Dienstag ihre Plädoyers gehalten. Die Anwälte zeigten sich mit dem Urteil zufrieden. Noch im Gerichtssaal akzeptierten ihre Mandanten das Urteil der Jugendkammer. Die Anklage hatte für den 22-Jährigen hingegen zwei Jahren auf Bewährung gefordert, für die 19-Jährige eine Jugendstrafe von zwei Jahre und sechs Monaten.


 

Leserkommentare

 
B. BÖDECKER 16.07.2010 15:10
Sprachlos

Soviel ist also ein Kinderleben heutzutage "wert"- 2 J auf Bewährung. Dass die Lüte gelitten hat, interessiert wohl nicht wirklich. Entsetzt, sprachlos über das Urteil

ROTE FLORA 16.07.2010 15:47
Unfassbar

Leider hat man vergessen der Mutter die Eileiter durchzuschneiden, so etwas dürfte nie wieder ein Kind bekommen.

STEFAN SCHWARCK 16.07.2010 15:47
Da fehlen mir echt die Worte....

Den ursprünglichen Anklagepunkt Totschlag durch Unterlassen berücksichtigten die Richter nicht. Stattdessen verurteilten sie das Paar wegen gefährlicher Körperverletzung durch Unterlassen, Verletzung der Fürsorgepflicht und Misshandlung Schutzbefohlener.... Ich frag mich, nach welchen Maßstäben in diesem Land die Strafen bemessen werden. Wieso überhaupt Totschlag??? In meinen Augen war es Mord. Wer ein Kind auf so grausame Art sterben läßt, hat seine Aufenhaltsberechtigung auf diesen Planeten verloren. Wieso sperrt man solche "Menschen" nicht einfach ein, schweißt die Tür zu und nach 9 Monaten schickt man dann mal einen Betreuer vom "Rauhen Haus" vorbei, der nach dem Rechten sieht...

HAUKE STAMMER 16.07.2010 18:29
Ein Urteil wie immer in diesen Fällen...

Wehe dem, der in diesem Land seine Steuern nicht pünkltich bezahlt oder auch nur in Verdacht gerät, Geld am Fiskus vorbei zu schaffen. Da kann Untersuchungshaft schon mal länger dauern, als in diesem Fall die verhängten Gesamtstrafen.

Aber ein Leben? Egal ob hier ein zu Tode verhungertes Kind (Mütter, die zu Täter werden, seinen sowie einen doppelten Bonus zu beistzen) oder in Hamburg ein totgeprügelter Jugendlicher. Das scheinen im Auge der Richter nur minderschwere Fälle zu sein. Die Täter kommen auf freien Fuss - ob mit oder ohne Gerichtsverfahren.

Der Staat und seine Gerichtsbarkeit ermuntert jene, die ihn zerstören. Erschütternd...

ROLF MÜLLER 16.07.2010 18:56
Diese Justiz ist ein weiterer Nagel zum Untergang unsereres Staates

Es ist zum kotzen!!! Jeder gesunde Menschenverstand kann nur mit Unverständnis auf ein solches Urteil reagieren .Die Richter sind in meinen Augen nicht besser als die Täter.
(Mutter und Freund) von den Verteidigern ganz zu scheigen.Die verteidigen doch jeden Hauptsache die Kasse ( vom Staat ) stimmt.Und dann wird schnell noch ein Gutachter heranzitiert, der zwar auch nicht dabei war aber wahrscheinlich alles besser weiß.Und zum Schluß die Frage: Wann werden die Gesetze endlich dahingehend geändert das Erwachsene ( ab 18 Jahre)auch nach dem Erwachsenenrecht verurteilt werden. Denn die Roten und die Grünen wollen diese Klientel sogar zu Wählern machen. Wer Rechte hat (ab 18) hat auch Pflichten.Und dies in vollem Umfang.Wer z.B. im Auftrag der Bundeswehr unseren Staat oder die Freiheit am Hindukusch verteidigen darf oder soll, der muß auch vor der Justiz wie ein Erwachsener behandelt werden.

TORSTEN SCHULZE 17.07.2010 11:52
Haben die Richter keine Kinder?

Es ist unfassbar! Wer in diesem unserem Lande ein Kind misshandelt und auf widerwärtigste Weise verrecken lässt, wird "bestraft" wie ein kleiner Eierdieb. Welche "Strafe" haben denn die Mutter und ihr Typ bekommen? Keine. Die Bewährungsstrafen sind doch nur kleine Ermahnungen mit dem gehobenen Zeigefinger. Die beiden, die am Tode des Kindes allein die Schuld tragen, haben das Gerichtsgebäude als freie Menschen verlassen und können das Wochenende nutzen, ihren Lebenswandel fortzusetzen. Als wäre nichts gewesen.
Haben die Richter keine Kinder? Scheinbar nicht, denn dann hätten sie gewusst, welch ein großes und einzigartiges Gut ein solches kleines Leben ist. Aber wahrscheinlich rangiert für gewisse Justizkreise der Tod eines Kindes irgendwo zwischen einer Beule im Auto und einem überfahrenen Hund. Und das sind halt alles irgendwie Sachbeschädigungen.
Für alles braucht man in diesem Staat eine Genehmigung, meist vorab sogar eine Prüfung: Wir brauchen Führerscheine zur Fortbewegung, ordnungsrechtliche Genehmigungen zur Führung eines Betriebes und sogar Hundeführerprüfungen gibt es. Aber jeder darf - entweder bei Bewusstsein oder auch im Suff - ein Kind zeugen. Dafür braucht es keine Prüfung, keine Genehmigung, kein Zeugnis. Es wäre wichtig, wenn wir in Deutschland die dänische Gesetzgebung einführen: Dort wird das Aufwachsen eines Kindes - egalob es bei Assis oder bei Neureichen zur Welt kommt - regelmäßig begleitet. Ein Mitarbeiter der Kommune schaut vorbei und überzeugt sich davon, dass es dem Kind auch gut geht.
Hoffentlich kassiert die Staatsanwaltschaft das Schandurteil in Sachen Lena Mairia.

B. BÖDECKER 17.07.2010 17:13
Nachtrag/sprachlos

Vorallem auch über die Stinkefinger der Schl.. damit beleidigt sie, was an sich SEHR WERTVOLL ist(ein Kind). Wie Rote Flora schrieb; Eileiter durchtrennen, solche dürfen NIE wieder Kinder bekommen.

STEUER ZAHLER57 17.07.2010 19:10
Diese grauenvolle Tat ist durch nichts zu rechtfertigen, warum wird hier daher nicht die Todesstrafe gefordert

sondern nur ein "körperlicher Eingriff" ??????? Versteh ich nicht ?????
Denn, damit wird nur eine "Handlung" an der Täterin ausgeführt. Die aber hat ja durch Unterlassung gehandelt .......... ! Und wer nach so einer Tat / Verhandlung noch den Stinke.finger zeigt muss doch einen Sprung in der Schüssel haben ............ hat das vorher Niemand bemerkt ????????
Gut, stellen Sie sich auf die gleiche erbärmliche Stufe wie diese Täterin und fordern Sie "körperlichen Eingriff" (gabs ja schon mal bei den Nazis). Damit schädigen Sie die Täterin, Sie erwecken damit das kleine Würmchen nicht mehr zum Leben, aber Sie
verweigern jedem weiteren Kind die Chance, geboren zu werden !!
Denken Sie mal drüber nach ............
Noch was : die SPD in SH hat uns aus der Partei geworfen, weil wir uns nach dem Stegner Unfug geweigert haben, Mitgliederbeiträge zur Unterstützung des StegnerUnfug zu zahlen - anstatt dessen eine Zahlung an das DRK für die
Haiti-Hilfe. Schreiben Sie doch mal hierher, wie Sie hungernden Kindern in der Welt
helfen (ausser mit Ihren Kommentaren nach "körperlichen Eingriffen").

HOLGER SCHÜTT 17.07.2010 23:26
Dopelmoral!

Abgesehen davon, dass ich ein sehr ironischer Mensch bin, geht mir die ganze Geschichte sehr an die Nieren.
Ich lese mir auch schon lange keine Kommentare mehr durch, weil ich weiß, dass der größte Teil davon nur MÜLL ist. Ernst nehmen einer derartig generierten Gesellschaftsform steht für mich eh ausser Frage!

Vielleicht dachte der Deutsche Staat, als Judikative natürlich, dass dank der Eltern eventuell ( hier werde ich etwas vorsichtiger ), eh nur genetischer Minderwuchs vernichtet wurde, der unter diesen Grundvorrausetzungen nie ein "wertvolles Mitglied " dieser so hochachtungsvollen Gesllschaft geworden wäre, und begrüßt diesen Schritt sogar.
Richter und Staatsanwälte verhalten sich in Punkto " Kinderficker " ja auch nicht anders, da sind gewisse Kräfte ja solidarisch.

Wie helfe ich hungernden Kindern in der Dritten Welt?
Ein passender Spruch sei jener : Wenn Pornographie gegen sexuelle Frustration hilft, warum schickt Ihr den Hungernden dann keine Kochbücher?
Pillen gehen natürlich auch, Waffen schaffen Profit!!!

Jeder von Euch sollte sich ganz genau Gedanken machen, was er äussert und wie.
Der Zustand unserer Gesellschaft läßt zum größten Teil sehr zu wünschen übrig, sehr sogar, schwankt zwischen Dekadenz und Verlogenheit. Ihr könnt Euch ja vieles zumuten, Menschen seid Ihr nicht. Dafür muss man nämlich aufrecht gehen.

Aber um das Ganze zum Abschluss deutlich zu machen, Verhandlung ersparen, exikutieren. Feierabend!
Wer keinen Respekt vor dem Leben hat, hat auf diesem Planeten nichts zu suchen, BITTE GEHT! Dann brauche ich auch nicht mehr zu kommentieren. MFG Holgi - Der Demokrat

Taten schaffen, statt Fakten.

Geht nicht??? Doch es geht.

ULI ULI 18.07.2010 09:11
Bewährungsstrafen für Tod von Lara Mia

das ist ein schlag ins gesicht , was muß alles noch passiereren damit solche leute ihre gerechte strafe bekommen. wie auch andere vor mir schon geschrieben haben, war das einfach nur mord auf raten. über einen so langen zeitraum ein kleines wesen so zu mißhandeln. ich bin sprachlos. ich hoffe der staatsanwalt geht in berufung und die strafe wird dann höher aus fallen. damit diese kindermörder zusätzlich im gefängnis ihre strafe bekommen. genau so mißhandelt werden.

BESAME MUCHO 18.07.2010 11:09
Steuerzahler 57

Woher haben Sie immer diesen Unfug her. Was hat ihr Rauswurf aus der SPD mit dem Urteil zu tun? Fehlt nur ihr stämdiger Hinweis, das Ralf Stegner oder das Landesbauamt, mit dem ehemaligen Leiter Dr. jur Theodor von Campe ( Freunde dürfen Theo sagen) für das Urteil verantwortlich ist.

WER ES GLAUBT, MIT VERLAUB 18.07.2010 12:18
-Hände abgehackt-

61-jähriger erschießt Hund.
... hier das ganze nochmal in Zeitlupentempo.

Im anderen Artikel nennt sich das "Sachbeschädigung"

doggod



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