ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Eckernförde

Bei Stau wird es für die Feuerwehr eng

30. Juli 2010 | 11:09 Uhr | Von Arne Peters

Dicht an dicht stehen die Autos auf beiden Spuren der B 76 - wer einmal im Stau steht, kommt so schnell nicht wieder raus. Foto: Peters

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In zehn Minuten muss die Feuerwehr am Einsatzort sein. In Eckernförde schafft sie das aber wegen einer Ampelnicht.

Eckernförde. Meint Behrmann ist erst seit kurzem Chef der Freiwilligen Feuerwehr. Aber schon zu Beginn seiner Amtszeit werden er und seine Leute auf eine harte Probe gestellt: Die veränderte Ampelschaltung an der Baustelle auf der B76 in Kombination mit dem Touristenstrom lässt täglich Staus entstehen, die auch die Feuerwehr behindern. "Wir können die Hilfsfrist von zehn Minuten für den südlichen Bereich der Stadt praktisch nicht mehr einhalten", sagt Behrmann.

Dabei spielt nicht nur der Stau auf der B 76 eine Rolle. Um ihn zu umgehen, fahren viele Autos über die Riesebyer Straße und den Mühlenberg in die Innenstadt. Bis zur Norderstraße zieht sich hier die Blechlawine zu bestimmten Tageszeiten hin. "Das Wegkommen aus der Feuerwache ist nicht ganz so dramatisch", erläutert Meint Behrmann. "Schwieriger ist es für die Kameraden, erst einmal mit ihren Privatwagen ohne Martinshorn zur Feuerwache zu gelangen. Da geht viel Zeit verloren."

Mögliche Lösung: Feuerwehrauto am Bauhof

Die Freiwillige Feuerwehr in Eckernförde wird von Ehrenamtlichen betrieben, die tagsüber ihrer regulären Arbeit nachgehen. Bei einer Alarmierung müssen sie möglichst schnell zur Feuerwache in der Noorstraße gelangen, bleiben aber oft schon lange vorher im Stau stecken.

Die Feuerwehr muss innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung am Brandort sein. So steht es im Brandschutzgesetz. "Einige Kameraden, die in der Nähe wohnen oder arbeiten, kommen auch mit dem Fahrrad zur Wache und können diese Frist einhalten", so Behrmann. "Aber das nützt nicht viel, wenn die zweite Gruppe, die dringend zur Unterstützung gebraucht wird, erst viel später kommt." Meint Behrmann möchte der Stadtverwaltung deshalb einen Vorschlag unterbreiten: Am städtischen Bauhof im Holm soll ein Feuerwehrfahrzeug untergebracht werden. Die Feuerwehrleute, die im Südteil der Stadt wohnen, könnten sich den Stau in der Innenstadt sparen und diesen Standort viel schneller erreichen als die Feuerwache in der Noorstraße.

Problem der Ehrenamtlichen

Mit ihrem Problem steht die Feuerwehr aufgrund ihrer Ehrenamtlichkeit allein da. Sowohl Polizei als auch Rettungswache am Krankenhaus haben ihre Einsatzorte bisher rechtzeitig erreichen können, müssen aber auch nicht erst mit dem Privat-Pkw zu ihrer Wache fahren. Die Verkehrssituation sei derzeit aber auch für sie problematisch, so Hauptkommissar Wolfgang Petersen.

Derweil bemüht sich der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Rendsburg darum, die Ampelschaltung an der Kreuzung B 76/ Noorstraße zu optimieren. Das Problem sind die fehlenden Linksabbiegespuren, so dass immer nur eine Spur für den Verkehr freigegeben werden kann. Wären beide Spuren in Nord-Südrichtung gleichzeitig freigegeben, müssten links abbiegende Autos stehenbleiben und auf eine Lücke im Verkehrsstrom der entgegenkommenden Fahrzeuge warten. Dadurch würde sich die Warteschlange hinter ihnen verlängern und das Verkehrschaos wachsen. Das Linksabbiegen kann man auch nicht verbieten - immerhin muss zum Beispiel der Zugang zur Noorfischerei von beiden Richtungen gewährleistet werden, um wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen weitgehend zu verhindern.

"Das wird die schwierigere Verkehrsführung."

Zu überlegen wäre, ob die Freigabe der Nord-Südrichtung für beide Spuren in einer zusätzlichen Ampelphase die Situation erleichtern könnte. "Aber jede Phase, die man zusätzlich einbaut, bedeutet erneutes Abbremsen und Anfahren, was den Verkehrsfluss wieder lähmt", so Forster.

Zwei Monate wird es noch dauern, bis die neue Spur auf der B 76 zwischen Brücke und Noorstraße fertiggestellt ist. Im Anschluss muss die Kreuzung für zwei bis drei Monate ein Stück nach Süden verlegt werden, um die Anschlussstelle an die Spur nach Norden zu bauen. "Das wird die schwierigere Verkehrsführung", so Forster.

Autofahrer sollen "Totenstarre" ablegen

Doch mit dem Ende der Bauarbeiten hören die Probleme für die Feuerwehr noch nicht auf: Beim bevorzugten Entwurf für die Nooröffnung meldet neben dem Wirtschaftskreis auch sie Bedenken bei der Verkehrsführung an. Bürgermeister Jörg Sibbel hatte schon angekündigt, dass hier nachgebessert werde.

Fürs erste würde sich Meint Behrmann aber schon freuen, wenn viele Autofahrer ihre "Totenstarre" ablegen, sobald ein Feuerwehrfahrzeug hinter ihnen aufkreuzt: "Sie halten an und rühren sich nicht mehr." Dabei sei es so einfach: möglichst rechtzeitig rechts ran- und langsam weiterfahren, um den Verkehrsfluss weiter zu ermöglichen.




 

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