PANORAMA
Regionalleitstelle Süd
Leitstelle rechnet mit 150.000 Einsätzen im Jahr
Ein letzter Anruf noch, dann wird umgeschaltet. Uwe Teut wickelt die alte Oldesloer Leitstelle ab. Foto: Burmester
Bad oldesloe. Wann immer jemand im Kreis Stormarn den Notruf 110 wählte, bis Dienstag landete er in der Einsatzleitstelle der Polizei in Bad Oldesloe. Im zweiten Stockwerk des Polizeigebäudes am Berliner Ring saßen ständig zwei Mitarbeiter, nahmen Notrufe entgegen und wiesen die Funkstreifenwagen zu ihren Einsatzorten. Seit Dienstag aber ist die Einsatzleitstelle mit dem Funkrufnamen "Stormarn" Geschichte.
Die Einsätze für Stormarns Polizei werden jetzt aus der neuen Regionalleitstelle in Lübeck mit dem Rufnamen "Südwind" koordiniert. Sie ist die letzte von vier Groß-Leitstellen im Land, die den Betrieb aufgenommen hat - Harrislee, Elmshorn und Kiel waren bereits vorher in Dienst gestellt worden. Von der neuen Lübecker Leitstelle aus werden künftig die polizeilichen Einsätze in den Kreisen Ostholstein, Stormarn, und Herzogtum Lauenburg sowie in der Hansestadt Lübeck gelenkt.
Offenes Ohr für die Sorgen und Nöte
Seit Anfang der 80er Jahre hatten die Polizeibeamten von Bad Oldesloe aus die Einsätze in Stormarn koordiniert. Und sie hatten meistens auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Anrufer. Bis zuletzt waren 14 Beamte in mehreren Schichten dort tätig. Zehn von ihnen, vier Frauen und sechs Männer, gehen mit nach Lübeck in die nun modernste Leitstelle des Landes.
"Probleme hatten wir selten mit unserer Leitstelle. Die Technik lief eigentlich immer stabil", sagt deren Leiter, Hauptkommissar Uwe Teut. 1992 wurde die Computer-gestützte Technik eingeführt. Damals saß nur ein Beamter an einem Pult mit Telefon und Funkgerät. Gearbeitet wurde in drei Schichten. Nur bei einem besonders hohen Aufkommen und bei größeren Einsätzen kam ein zweiter Beamter hinzu.
Beamte hatten beste Ortskenntnisse
Vorzugsweise saßen in der Leitstelle Beamte des Bezirksreviers - weil sie über die besten Ortskenntnisse im Kreis verfügten und fast alle Aufgaben in der Polizeiarbeit miterlebt hatten. Das war ein großer Vorteil.
Aus 43 Jahren der Leitstelle "Stormarn" sind nur wenige Anekdoten überliefert. Uwe Teut erinnert sich aber an einen Einsatz, als die Polizei auf dem platten Land zu einem Verkehrsunfall gerufen wurde. Per Telefon wurde der zuständige Dorfpolizist verständigt. Doch der konnte nicht ausrücken, weil sein Dienstwagen aufgebockt war: Das Auto bekam gerade vier neue Reifen. "So etwas kann heute Gott sei Dank nicht mehr passieren", weiß Uwe Teut, der als Dienstgruppenleiter künftig in der neuen modernen Regionalleitstelle in Lübeck arbeiten wird.
Anrufer sollen nichts vom Wechsel mitbekommen
Zum Autobahnpolizeirevier an der A1 hatte die Leitstelle stets ein gutes Verhältnis. "Die Zusammenarbeit hatte eine besondere Qualität und war hervorragend," sagt Teut. Man habe immer Hand in Hand gearbeitet. Das soll auch künftig so bleiben. Schließlich führen die Autobahnpolizisten "ihre" Einsätze auf den Autobahnen A1, A21 und A20 weitestgehend selbst.
Die Neuerungen im Ablauf spielen sich ausschließlich hinter den Kulissen ab. Anrufer, die die 110 wählen, sollen davon nichts mitbekommen. Uwe Teut verspricht: "Niemand wird merken, dass sich etwas verändert hat."
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