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Wetter
Schmelzwasser könnte den Norden überfluten
In Lübecks Innenstadt werden die Schneeberge weggebaggert, bevor sie schmelzen und alles überfluten. Foto: Kröger
Kiel. Sollten die Schneemassen binnen kurzer Zeit schmelzen, könnten sich weite Teile des Nordens in Seenland schaften verwandeln. "Probleme erwarten wir, wenn es zu einem plötzlichen Temperaturanstieg mit gleichzeitigem Regen kommen sollte", sagte Dietmar Wienholdt, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Landwirtschaftsministerium. Überflutungsgefährdet seien in diesem Fall vor allem die Stör im Bereich Kellinghusen, die Elb-Nebenflüsse Pinnau und Krückau, die Marschen an der Westküste sowie der Treene-Einzugsbereich.
In Kiel und auch beim Landesverband der Wasser- und Bodenverbände in Rendsburg ist man jedoch zuversichtlich, dass es nicht zur großen Binnenflut kommt. Es dürfe nur nicht plötzlich warm werden, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Godber Andresen. "Der gefrorene Boden wirkt dann wie eine versiegelte Fläche, das Wasser kann nicht versickern." Gelassenheit auch bei der Landwirtschaftskammer: Es sei zu früh, über Auswirkungen von Tauwasser auf den Saisonbeginn im März zu spekulieren, sagte Sprecherin Daniela Rixen. Die Bauern seien "noch im Timing".
Ein radikaler Temperaturanstieg ist ohnehin nicht in Sicht. Der 15-Tage-Trend des Deutschen Wetterdienstes sagt die ersten deutlichen Pluswerte frühestens für die zweite Februarhälfte voraus. Gut möglich, dass sich das Tauwasser-Problem in Luft auflöst - und zwar buchstäblich und ohne flüssigen Umweg über Bäche und Gullys: Kommt kein neuer Niederschlag hinzu, verdunstet der bereits gefallene Schnee wie Wasser, nur langsamer. Ein Zentimeter täglich gelten als Mittelwert. In zwei Wochen könnte es in der Fläche wieder grün statt weiß aussehen.
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