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Sparpläne der Landesregierung

Die Woche der Grausamkeiten

23. Mai 2010 | Von Schleswig-Holstein am Sonntag

Leere Taschen: Die schwarz-gelbe Landesregierung stellt Mittwoch ihre Sparpläne vor. Foto: dpa

Kein Geld mehr für die Tourismus-Agentur im Land, weniger Diäten für Spitzenpolitiker, weniger auch für Spitzenbeamte. Schwarz-Gelb will Ernst machen beim Sparen.

Kiel. Am Mittwoch, 26. Mai, ist es so weit: Dann will Schleswig-Holsteins CDU/FDP-Koalition ihr lange angekündigtes Sparpaket präsentieren. Schleswig-Holstein am Sonntag und shz.de sind Details aus der größten Sparoperation der Landesgeschichte vorab bekannt geworden.

Danach wird etwa die zentrale Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (*tasch) bis 2014 "abgewickelt". 2,1 Millionen Euro lässt sich das Land sein zentrales Fremdenverkehrs-Marketing bisher kosten. Einspringen bei der gemeinsamen Vermarktung müssten die Regionalverbände Mittelholstein, Nord- und Ostsee.

Schloss Salzau soll verkauft werden

Auch Landwirte wird es treffen. Die sollen über Beiträge mehr als bisher zu den Kosten der mit 3,2 Millionen Staatsgeldern geförderten Landwirtschaftskammer beitragen. Das Schleswig-Holstein Musikfestival soll bis 2020 ohne Landeszuschuss (aktuell 1,4 Millionen Euro) auskommen, das landeseigene Schloss Salzau verkauft werden.

Sparen will die Politik aber auch bei sich selbst. Der Landtagspräsident, Fraktionschefs und andere Funktionsträger im Landtag sollen nach den Plänen von CDU und FDP zehn Prozent ihrer Diäten einbüßen, Minister erst mit 62 statt mit 55 Jahren Anspruch auf Pensionszahlungen erhalten und Staatssekretäre in der Gehaltstabelle um einen Platz absteigen - das wären rund 1160 Euro weniger monatlich.

Eine Liste der bereits bekannten Sparmaßnahmen finden Sie hier:


 

Leserkommentare

 
KARL-HEINZ LENZ 23.05.2010 17:30
Die Richtung ist richtig

Die Richtung ist richtig, auch wenn alle wieder quaken werden. Die Kürzungen in der Regierung und im Palament sind aber zu zaghaft. Die ganze Laberbude könnte um die Hälfte gekürzt werden. Es gibt ohnehin keine Abgeordneten die sich um ihre Wahlrkreise kümmern. Wenn Sie es nicht glauben wollen, dann machen Sie einfach die Probe. Auch die doppelte Besoldung der immer zahlreicher werdenden Fraktionsvorsitzenden und Arbeitskreisvorsitzenden hätte ganz gestrichen werden können. Als ehemaliges Mitglied der Grünen kann ich es beurteilen, denn da waren die Sitzungen nur als Treffpunkt für gemütliche Abende gedacht. Aber wie gesagt, erstmals fängt man sehr mutig an. Obwohl ich selbst bertoffen bin kann ich nur sagen: Weiter so und hört nicht auf die Opposition, die nur in ihrer verwerflichen Art auf Wählerfang gehen wird. Kalle von kalleskoppel.de

HANS GLÜSING 24.05.2010 17:05
Das AUS für Subventionen auf Holz-Pellets und Tiernahrung

Das „AUS“ für Subventionen auf Holzpellets, Brennholz und Tiernahrung!

Prof. Zimmermann (DIW) fordert 25% statt 19% Mehrwertsteuer; Rainer Wiegard (SH-Minister der CDU) will die ermäßigten Mehrwertsteuersätze abschaffen, 19% statt 7%. Ersteres bringt 50 Milliarden mehr, letzteres 20 Milliarden. Da die lange Liste der über 150 Produkte, die mit 7% zu versteuern sind, nichts mehr mit der ursprünglich gut gemeinten Absicht zu tun hat, einige Grundnahrungsmittel und Druckerzeugnisse erschwinglicher zu machen, ist es eine löbliche Absicht des schleswig-holsteinischen Finanzministers diese Liste zu durchforsten und rigoros auf Grundnahrungsmittel zu beschränken. Allerdings kann er das nicht im Alleingang, da die Mehrwertsteuer nicht Ländersache ist.
Wer sich auch nur einige der MWSt-begünstigten Produkte und Dienstleistungen ansieht, muss dem Minister beipflichten: Skilifte, Hotel-Übernachtungen, Brennholz, Holz-Pellets, Tiernahrung, Quallen, Krabben, Maultiere, Knieprothese
(Zahnprothese 19%!), Tafel- und Quellwasser (Mineralwasser 19%!).
Wie ließ das Bundesfinanzministerium am 12.11.2007 verlautbaren: „ Die Anwendung der ermäßigten Mehrwertsteuer folgt keinerlei Logik.“ Und was steht im Koalitionsvertrag:“ Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7% bleibt zur Wahrung der sozialen Balance erhalten.“
Mit billigen Quallen?

KARL-HEINZ LENZ 24.05.2010 18:12
stimmt

Die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze machen keinen Sinn. Richtige Grundnahrungsmittel sind sowieso schon so billig wie immer. Ich meine damit natürlich Kartoffeln und so und nicht die Tiefkühlpizza. Statt aber die Mehrwertsteuer zu erhöhen, sollte man von 19 auf 16 Prozent zurückgehen und alle günstigen Sätze streichen. Wir könnten auch auf 14 Prozent gehen, wenn man endlich auch Mehrwertsteuer auf Flugreisen bezahlen müsste. Wir könnten auch die KFZ-Steuer abschaffen, die nur deutsche Fahrer belastet und stattdessen das Kerosin besteuern. Dies alles wäre so genial einfach und gerecht. Warum macht man es nicht? Kalle von kalleskoppel.de

ALFRED NEUMANN 24.05.2010 19:01
Wie schön

wäre es unbegnadete sogenannte Buchautoren die von ihren nächtlichen Ergüssen leben müssen, von der Meinungsfreiheit auszuschließen.
Aber nein, hoch lebe die demokratie und die Meinungsfreiheit.

KARL-HEINZ LENZ 24.05.2010 22:40
noch schöner

noch schöner wäre es, wenn man die ausschließen könnte, denen selbst tagsüber nichts einfällt aber trotzdem unbedingt etwas schreiben müssen. Kalle von kalleskoppel.de

BJÖRN MARTEN PHILIPPS 25.05.2010 11:07
Susanne Herold als Totengräberin des Hochschulstandortes und der Region Flensburg?

Susanne Herold sitzt als Abgeordnete für die Stadt Flensburg im Schleswig-Holsteinischen Landtag und gehört als Abgeordnete der Koalition aus FDP und CDU an.

Auf ihrer Homepage schreibt Frau Herold, dass sie als Abgeordnete die "Interessen Flensburgs und der Region im Landtag, in [ihrer] Fraktion und bei der Landesregierung" vertritt. Weiter heißt es, dass sie als bildungspolitische Sprecherin "entscheidend dazu beigetragen [hat], dass [die] Universität und Fachhochschule finanziell besser ausgestattet werden und Flensburg ein eigenständiger Uni-Standort bleibt." Auf ihrem Wahlplakat warb sie für "den weiteren Ausbau Flensburgs als Bildungsstadt und Hochschulstandort" mit den Worten:
"Ich stehe dafür, dass Universität und Fachhochschule besser ausgestattet werden und Flensburg ein eigenständiger Uni-Standort bleibt."

Wir möchten Frau Susanne Herold als Landtagsabgeordnete an dieser Stelle viel Mut zusprechen, sich treu zu bleiben, Rückgrat zu beweisen und damit als unser "Sprachrohr im Schleswig-Holsteinischen Landtag" aufrichtig für die Interessen unserer und ihrer Region zu agieren und damit nicht für den Abbau des Hochschulstandortes Flensburgs zu stimmen.

AStA der Universität Flensburg



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