TOP-THEMA

 

"FuBaMa" in Wilster

5000 Jecken verbreiten Super-Stimmung

06. Februar 2011 | 18:07 Uhr | Von Ludger Hinz

Aus der Metal-Hochburg Wacken zur "FuBaMa": "Kiss" - (v.li.) Petra Stark, Vanessa Nöncke, Doris Lauenstein und Jutta Nöncke. Foto: Hinz

Verrückte Kostüme, ausgelassene Stimmung und Musik von NDW-Idol Hubert Kah: 5000 Jecken feierten in Wilster die "FuBaMa".

Wilster. Temperaturen um sieben Grad, kühler Wind, Regen - ungemütlich war es draußen. In der größten Zeltstadt Norddeutschlands hingegen ging es am Sonnabend wieder heiß her. Rund 5000 norddeutsche Jecken feierten eine Nacht lang die 57. Fußballmaskerade "FuBaMa" des SV Alemannia Wilster. Im "Colosseum" und vier angrenzenden Großzelten wurde eine Mischung aus Live-Musik, Top-DJs und Live-Performance geboten.

Beim Unterhaltungsprogramm auf drei Bühnen gab es ein ganz besonderes Highlight: Kurz nach Mitternacht trat erstmals auf der "Partybühne" ein großer Star aus dem Musikbusiness auf: Hubert Kah, eine der schillerndsten Figuren der Neue-Deutsche-Welle-Ära, nahm die Besucher mit zurück in die 80er Jahre, und feierte eine furiose NDW-Party mit seinen großen Hits wie "Rosemarie", "Engel 07" und "Erika", sang außerdem von Joachim Witt "Der Goldene Reiter". Den Mega-Seller "Sternenhimmel" intonierte er sogar zwei Mal - einmal zu Anfang und einmal am Ende seiner umjubelten, einstündigen Show. Die beklatschten auch Melanie Gelhaar aus Hamburg und Ellen Dallmann aus Schenefeld. "Hubert Kah ist ein musikalischer Gott, eine Legende", meinte Melanie.

 

Besonders gefielen in diesem Jahr wieder die Kostüme, die überwiegend selbst kreiert waren und wie gewohnt prämiert wurden. Antje Schubert von der Jury "Die 12 FuBaMa-Geschworenen" stellte fest: "Es ist ein höheres Niveau als in den vergangenen Jahren." Für die besten Verkleidungen gab’s wieder Geldpreise in mehreren Kategorien.

Vier Zahnarzthelferinnen aus Elmshorn kamen als "Cafézauber", als Cappuccino, Espresso, Kaffee und Milchkaffee. Die Hüte in Form von Kaffeetassen aus Pappmaché hatten sie selbst angefertigt. "Da haben wir uns einige Male ganz schön die Hände verbrannt", schilderte Katja Bolten aus Oldendorf. "The FuBaMas" aus Itzehoe gingen als Rockband in schwarz und Leder mit Gummigitarren. "Wir wollten die FuBaMa rocken", sagte Bianca Groksch. Aus der Metal-Hochburg Wacken kamen Petra Stark, Vanessa und Jutta Nöncke sowie Doris Lauenstein - ganz in schwarz-weiß als Hardrockband "Kiss". Und jedem, der das nicht glaubte, streckten sie stilecht die Zunge raus.

Nora Ende reiste für die "FuBaMa" aus Sachsen-Anhalt an

Die Puppen tanzen ließen Jan Schüder aus Bahrenfleth und Silke Homfeldt aus Silzen, die als "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" dabei waren - die Marionettenseile aus Gummizügen waren an einem Holzgerüst befestigt, das sie mit einer Eisenleitung an ihrem Körper fixiert hatten. "Es schränkt uns nicht wirklich ein, wir sind voll beweglich", sagte Silke Homfeldt. Thomas Trede "schwebte" als Aladin unterdessen auf einem "Fliegenden Teppich" durch den Saal. Seine Beine im Schneidersitz hatte er aus gelbem Stoff selbst genäht, ausgestopft und mitsamt einer Wunderlampe auf einem Wäschegestell befestigt, das er um die Hüften trug. "Es behindert mich überhaupt nicht, zur Not schwebe ich einfach davon", kommentierte er.

Dass das bunte Treiben von einem gehörigen Schuss Kreativität begleitet war, kam selbst auf den Bühnen an. So sagte DJ Lars W.: "Die Leute sind besonders gut verkleidet. Das sieht man auch von hier oben." Dafür kamen einige sogar von weit her angereist, so etwa Nora Ende aus Sandersleben in Sachsen-Anhalt, die ihre Freundin Tine Rast besuchte und mit ihr zur FuBaMa ging. "Das ist so toll, das gibt’s bei uns nicht."

Colosseum-Betreiber Michael Mehrens war vor allem froh über die äußeren Bedingungen: "Es gab keine größeren Störungen, wir hatten alles im Griff, trotz des vielen Regens." Mitorganisator Hendrik Gertz, Vorsitzender des SV Alemannia Wilster, war ebenso froh, dass die organisatorischen Abläufe und Änderungen im Konzept klappten. "Die neue Garderobe, der Shuttle-Service und unser Verkehrskonzept haben sich bewährt." Großer Beliebtheit erfreute sich wie immer der Heiratsmarkt, bei dem sich 369 Paare für eine Nacht trauen ließen. "Es fehlten nur drei, um unsere Bestmarke zu brechen", sagte der "Standesbeamte" Detlef Feldmann.


 

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