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HSH Nordbank

24. April 2014 | 17:16 Uhr

Radikalkur - HSH Nordbank streicht jede dritte Stelle

vom

Radikalkur für die HSH Nordbank: 1200 statt der anfangs geplanten 300 Stellen muss das Geldinstitut streichen. Das ist rund ein Drittel der Belegschaft.

Die HSH Nordbank steht vor neuen drastischen Einschnitten. Bis 2014 sollen fast 1200 der derzeit noch 3312 Stellen bei der Bank wegfallen. Das sind 900 mehr als bisher erwartet. Das teilte die Bank nach einer Sitzung des Aufsichtsrates Donnerstag Abend in Hamburg mit. Betroffen vom Personalabbau seien die beiden Hauptsitze der HSH Nordbank in Kiel und Hamburg zu etwa gleichen Anteilen. Wirtschaftsminister Jost de Jager sprach im Kieler Landtag von 354 Stellen in Kiel und 480 in Hamburg. Das entspreche 30 Prozent der Stellen in Kiel und 31 Prozent der Stellen in Hamburg. Es sei noch offen, ob sich betriebsbedingte Kündigungen vermeiden liessen.
Geschlossen werden Auslandsstützpunkte in Shanghai, Amsterdam und Paris. Nicht-strategische Beteiligungen sollen veräußert werden. Aus der Flugzeugfinanzierung und der internationalen Immobilienfinanzierung will die Bank aussteigen. Die Zahl der vom Abbau betroffenen Mitarbeiter wird deutlich größer als 1200 ausfallen, weil die Bank viel Teilzeitpersonal beschäftigt.
Der Personalabbau ist eine Folge der von der EU-Kommission erzwungenen Zusagen der Bank, um deren Rettung durch Staatsgelder für die privaten Konkurrenten auszugleichen. Ohne die seinerzeit vorgenommene Kapitalerhöhung um drei Milliarden und die bereitgestellten Garantien von zehn Milliarden Euro durch Schleswig-Holstein und Hamburg wäre die Bank vom Markt verschwunden. Seit 2009 wurden bereits 1000 Arbeitsplätze gestrichen.
Gewinnwarnung wegen höherer Zinsen
Zu den Auflagen der EU gehört ein Abbau der Bilanzsumme in der Kernbank auf 82 Milliarden Euro bis 2014. Die objektbezogene Flugzeugfinanzierung muss aufgegeben, die internationale Immobilienfinanzierung eingestellt werden. Damit schrumpft die Ertragsbasis der Bank - mit Kostensenkungen und Arbeitsplatzabbau soll sie sich dennoch behaupten können.
Trotz eines positiven Halbjahresergebnisses gab die HSH eine Gewinnwarnung heraus. Auch hier hat die EU ihre Hand im Spiel; Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia stufte die Verzinsung bereitgestellter Garantien als zu gering ein, verlangt deshalb eine Einmalzahlung von 500 Millionen Euro an Schleswig-Holstein und Hamburg. Beide Länder wollen der HSH das Geld als weiteres Eigenkapital zur Verfügung stellen.
Erstmals wieder Konzernüberschuss
Zusätzlich werde die Bilanz durch Restrukturierungsaufwendungen in "mittlerer zweistelliger Millionenhöhe" für den geplanten Personalabbau belastet. Kern des vom Aufsichtsrat abgesegneten neuen Konzepts der Bank sei es, sich künftig aus der Region heraus auf ihre Rolle als Partnerin für Unternehmer und Unternehmen zu konzentrieren.
Für das erste Halbjahr meldet die HSH erstmals wieder einen Konzernüberschuss nach Steuern von 338 Millionen Euro - nach einem Verlust von 380 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Damit liege das Ergebnis über dem Plan.

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von Peter Höver, shz.de
erstellt am 27.Aug.2011 | 01:09 Uhr

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01. | Reinhard Berngruber | 26.08.2011 | 11:18 Uhr
HSH Nordbank

Einige (oder viele?) der wegfallenden Positionen sind in Bereichen, die mit einer Landesbank schlecht zu vereinbaren sind. Oder gehört es zum Stammgeschäft, Kreuzfahrtschiffe und Flugzeuge zu finanzieren ? Was sollen Filialen im Ausland ? Ich denke, die Bänker, die in den letzten Jahren mit der Aussicht auf gute Gehälter von anderen Banken in die HSH-Nordbank gewechselt haben, wußten schon, dass dies mit einem "gewissen Risiko" verbunden war. Außerdem dürfte der Personalabbau mit schönen Abfindungen oder vorzeitigem Ausstieg in den Vorruhestand relativ schmerzfrei verlaufen.

02. | Peter Carstens | 26.08.2011 | 08:42 Uhr
@Hardy Hardt

Tja, früher gab es Unternehmensführer, heute Manager. Erstere haben sich mit den Unternehmen identifiziert, letztere entstammen zumeist einer Brut von BWLern, deren eigentliches und vorderstes Interesse die eigene Kariere und das eigene Konto ist.

Das ist der große Unterschied zum Mittelstand, wo häufig noch das eigene Schicksal der Firmenlenkers mit dem der Firma verknüpft ist. Aber die Politik schielt zumeist nur auf die großen 30 des DAX - da sind die Buffets und die Parteispenden einfach üppiger...

03. | Hardy Hardt | 26.08.2011 | 07:48 Uhr
Die Boni sind sicher!

Hauptsache die Manager können sich weiter ungerechtfertigter Weise Boni in schwindelerregender Höhe einstecken! Geld das nicht ihnen sondern dem ARBEITENDEN Angestellten zusteht!

Dieses System ist KRANK! Wer tagtäglich malochen geht, wird über Steuern und Abgaben bis aufs letzte Hemd abgezogen. Besser habe es schon die, die kein Bock haben zu arbeiten, die bekommen das Geld dann so vom Staat.
Am Schlimmsten sind jedoch die Manager, die für NICHTS und wieder NICHTS Geld für das einstreichen, was ihre Angestellten erARBEITET haben! Wenn die Manager denn doch mal was machen, was dann schief geht, verlassen sie einfach das sinkende Schiff und bekommen noch Millionen hinterher geworfen, quasi als Dankeschön für gravierendes, firmenschädigendes Fehlverhalten.
Erschreckende Parallelen sind hier zur Politik zu erkennen! Hier sind es nicht die Angestellten sondern der Bürger der ausgebeutet werden, man bringt nichts zustande und wenn man dann die Brücke verläßt, bekommt man weiterhin riesen Mengen an, vom Volk erARBEITETEN Geldes hinterher geworfen.

Abschließend sei noch angemerkt, daß es natürlich purer Zufall ist, daß eben jene Politiker gern mit den Managern klüngeln... aber das ist wohl wirklich reiner Zufall...

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