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Rocker

22. Dezember 2014 | 12:58 Uhr

Langenhorn : Rocker stellt sich nach Schießerei

vom

Ein Unterstützer der "Hells Angels" hat einem Mann im nordfriesischen Langenhorn ins Bein geschossen - jetzt hat sich der Verdächtige der Polizei in Flensburg gestellt. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Langenhorn | Ein Unterstützer der verbotenen Flensburger "Hells Angels" hat am Abend des 2. Advent in Langenhorn (Kreis Nordfriesland) einen Familienvater durch Schüsse ins Bein schwer verletzt. Am Dienstag hat sich der Tatverdächtige in Begleitung seines Rechtsanwalts der Polizei in Flensburg gestellt. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Die Bewohner des kleinen Dorfes Langenhorn sind tief erschüttert. "Der Notarzt behandelte den Verletzten lange im Haus, dann wurde er in die Klinik gefahren", berichtet eine Nachbarin.
Opfer der Schüsse ist Thorben S. (35), der mit seiner Lebensgefährtin und einem Kleinkind in einer Doppelhaushälfte wohnt. Die Täter hatten gegen 18 Uhr bei ihm geklingelt. "Er ist von zwei Personen aufgesucht worden, die nach vorheriger telefonischer Ankündigung offenbar Geldforderungen eintreiben wollten", erklärt Verena Kalus, Sprecherin des Landeskriminalamts.

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Männer nach der Tat auf der Flucht

Einer der Männer (29) ist nach Angaben der Polizei ein Unterstützer der verbotenen Flensburger "Hells Angels" - gewöhnlich sind das die "Red Devils". In Nordfriesland gelten allerdings auch die Mitglieder des Clubs "Satisfaction Grenz MC" als Unterstützer. Der 29-Jährige soll auch die Pistole gezogen und drei Schüsse abgegeben haben. Zwei davon trafen Thorben S. ins Bein. Zuvor hatte es laut Polizei ein kurzes Gerangel gegeben. Ob das Kind, ein etwa zwei bis drei Jahre alter Junge, die Tat mitansehen musste, ist unklar.
Beide Männer flüchteten. Die Polizei zog in ihrer Wache im nahen Bredstedt starke Kräfte für die Fahndung zusammen. Auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte an. Wegen der zu dieser Zeit noch unübersichtlichen Lage wurden auch mehrere Rettungswagen und ein Notarzt angefordert.

Der Komplize des Schützen wurde festgenommen

Nach sh:z-Informationen nahmen SEK-Beamte noch in der Nacht im nur 20 Kilometer entfernten Achtrup den Komplizen (43) des Schützen fest. Die Polizei bestätigt den Ort nicht, wohl aber den Zugriff. "Der Mittäter wurde in seiner Wohnung festgenommen", so Kalus. Der Schütze ist noch flüchtig. "Er ist der Polizei allerdings bekannt", sagt die LKA-Sprecherin. Die Fahndung laufe auf Hochtouren.
Opfer Thorben S. ist in ein Flensburger Krankenhaus gebracht worden, wird dort behandelt. Verena Kalus: "Er ist schwer verletzt, es besteht nach unserer Kenntnis aber keine Lebensgefahr."

Opfer ist kein Mitglied des Rockermilieus

Worum es bei der Geldforderung ging, gibt die Polizei nicht preis. Der Schütze hat möglicherweise auf eigene Rechnung agiert - und der Geschädigte gehörte nicht zum Rockermilieu, teilten die Ermittler mit. Thorben S. ist gelernter Zimmermann. Aus seiner Verwandtschaft heißt es: "Bei der Geldsumme handelte es sich um einen geringen Betrag, eine Lappalie." Deswegen eine Waffe zu ziehen, sei entsetzlich - zumal die Schüsse auch den kleinen Sohn hätten treffen können. Die Polizei bewachte das Doppelhaus nach der Tat mit einem Streifenwagen, mittlerweile ist die Wohnung verlassen, die Lebensgefährtin und der Sohn sind an einem sicheren Ort.
Die Schüsse waren nicht die ersten, die in jüngster Zeit in Nordfriesland gefallen sind. Mitte November gab es vor einer Husumer Diskothek eine Schießerei mit 14 Festnahmen. Anlass der Prügelei war laut Polizei ein Streit im Türstehermilieu. Einen Zusammenhang mit Rockern soll es nicht gegeben haben.

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von
erstellt am 13.Dez.2012 | 08:46 Uhr

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