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Kieler Woche

27. Mai 2016 | 04:20 Uhr

Kieler Woche 2015 : Anastacia: Ein Leben wie auf der deutschen Autobahn

vom

US-Rockstar Anastacia ist bekannt für ihre röhrige Soulstimme und ihre schier endlose Sammlung an Brillen. Am Mittwochabend war sie auf der Kiwo live an der Hörn zu erleben.

US-Sängerin Anastacia (46) hat am Mittwochabend für die erste Sperrung auf der Kieler Woche 2015 gesorgt. 12.000 Zuschauer dürfen das Gelände betreten – und tausende mehr standen vor den Securitys und Absperrungen. Manche Fans warteten bereits seit mittags an der Bühne, um die Powerfrau live zu sehen. Pünktlich um 19 Uhr betrat sie die R.SH-Bühne an der Hörn. Mit ihrer einzigartigen Soulstimme und ihrem Hit „Left outside alone“ machte sie auch den fallenden Regen vergessen.

Anastacia, in deinem aktuellen Album gibt’s du sehr persönliche Dinge von dir preis. Fühlst du dich nicht nackt, dadurch deine Krebsgeschichte zu teilen?

Das Seltsame ist: Ich fühle mich dadurch stärker. Es ist meine Aufgabe diese Stärke zu teilen. Ich probiere in meinen Texten, immer so ehrlich zu sein, wie möglich. Es gibt eine Menge stärkende Gefühle, die man bekommt, wenn man eine Erkrankung wie Krebs hat. Aktuell habe ich es zwar nicht, aber ich weiß eben, wie man sich damit fühlt. Wir alle haben Menschen um uns herum, die es schwer haben, dazu gehöre ich auch, aber so lange man probiert, stark für sich und andere zu sein, hilft es.

Anastacia, glaubst du, dass du zum Vorbild für Menschen mit einer Krebserkrankung geworden bist?

Ich habe nie darüber nachgedacht oder es sein wollen, aber Menschen, die offen und ehrlich mit einer solchen Krankheit umgehen - und das habe ich getan -  werden schnell zum Vorbild. Ich fühle mich geehrt, und es macht mich stolz, denn es bedeutet: nun reden wir alle darüber. Dafür kann es gar nicht genug Bewusstsein geben. Auch wenn die Gespräche darüber nicht immer schön für mich sind und ich mich dabei nicht unbedingt gut fühle: Ich mache es gern, weil es am Ende für uns alle gut ist.

Was motiviert Dich so engagiert gegen Krebs zu kämpfen?

Ich möchte, dass sich mehr für Brustkrebs-Früherkennung eingesetzt wird. Vor allem möchte ich junge Frauen dazu bringen, darüber nachzudenken. Gerade sie vergessen oft, dass auch sie schon vor ihren 40ern erkranken können. Ich möchte niemandem Angst machen, aber je früher du weißt, was obenrum passiert, desto besser für dich. Meistens ist alles in Ordnung, aber es ist gut zu wissen, dass nichts los ist und du zunächst beruhigt sein kannst.

Hast Du hier in Kiel schon ein Fischbrötchen gegessen?

Nein, habe ich nicht, aber jetzt, wo du davon sprichst, will ich sofort eins essen. Aber es gibt so viele leckere Sachen hier, die ich gern essen würde. Das ist das Beste an einem Festival. Aber für mich ist es am besten, wenn ich mit leerem Magen auf die Bühne gehe. Sonst werde ich zu Geschoss-Anastacia. (lacht)

Dein Markenzeichen, die Brille, trägst Du gerade gar nicht, gibt es die nicht mehr?

Doch, die Brille werde ich in der zweiten Hälfte des Konzerts tragen. Ich habe nun meine Kontaktlinsen drin. Am Anfang des Auftritts werde ich die Brille nicht tragen, weil ich davon immer Abdrücke bekomme. Aber nach der Hälfte werde ich sie dann doch aufsetzen, dann ist das Make-Up sowieso schon verwischt. Ich habe insgesamt 40 Brillen mit, quasi die Hälfte meiner Umkleide ist voll damit.

Vor drei Jahren hast du ein Rock’n Roll-Album („It’s a mans world“) veröffentlicht. Was macht dieses Album so besonders?

Bei dieser Platte musste ich nicht über Geld oder Radio nachdenken. Es war eine Chance meinen Fans zu zeigen, was seit langem in mir steckt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass solche Stücke so schwer zu singen sind. Aber jetzt werden sie Teil meines Sets. Ich singe „Back in Black“ und „Best of you“. Und warum? Weil ich es kann. Damit erreiche ich auch ein neues Publikum, das bisher dachte, ich wäre nur eine kleine Popsängerin.  Es gibt mir die Möglichkeit ihnen zu zeigen, dass es neue Musik, alte Musik und einfach Musik gibt. Und man nicht immer eine Kategorie hören muss, sondern einfach die Musik, die ein gutes Gefühl verschafft.

Sind die deutschen Fans besonders?

Wie ich schon oft gesagt habe: Vielleicht ist es, wie ich bin. Ich bin pünktlich, ich halte mich an Absprachen, und bin eine starke Persönlichkeit. Ich lebe gern. Manchmal vielleicht ein bisschen zu schnell. Ein Leben, wie auf einer deutschen Autobahn. (lacht) Ich weiß nicht, was es ist, aber ich glaube es gibt eine starke Verbindung zwischen mir, meiner Musik und den Menschen, die sie mögen. Nicht nur zu den deutschen Frauen, sondern auch zu den Männern. Die wollen eine taffe Braut und keine Heulsuse.

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erstellt am 24.Jun.2015 | 23:46 Uhr

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