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Energiewende in SH

22. Oktober 2014 | 06:47 Uhr

Kommunikation : "In Katastrophen hilft das Internet"

vom

Wie groß die Bedeutung sozialer Netzwerke in Katastrophen sein kann, zeigen die Menschen in Japan. Der Kieler Forscher Daniel F. Lorenz zieht daraus Lehren für Deutschland.

Die Erde bebt, die Telefonleitungen brechen zusammen. Die Verwandten im Krisengebiet sind nicht zu erreichen. Diese Situation haben Millionen Menschen in Japan erlebt. Viele kommunizieren nun über das Internet miteinander. Für den Katastrophenforscher Daniel F. Lorenz von der Universität Kiel ist das eine spannende Entwicklung, die seiner Meinung nach auch in deutsche Katastrophenpläne einbezogen werden sollte: "Eine Kurzmitteilung als SMS oder über ein soziales Netzwerk ist schnell abgesetzt. Dazu braucht man nicht viel Bandbreite und nicht viel Strom." Auch wenn die Telefonnetze zerstört sind, lässt sich so der Kontakt halten. Denn: "Es entlastet ungemein, wenn man ein Lebenszeichen von dem anderen bekommt."
Die Japaner gehen schon seit Ende der 90er Jahre mobil online. Die Daten werden über Mobilfunkmasten oder Satelliten übertragen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, auch wenn sie von der Außenwelt abgeschnitten sind, nutzt auch die japanische Regierung Facebook. Auf der Startseite der japanischen Version des sozialen Netzwerks werden die Japaner zum Energiesparen aufgerufen. "Das ist auch für Deutschland eine interessante Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die ansonsten von jeglicher Zivilisation abgeschnitten sind", sagt Lorenz. Und Interaktion wird möglich: "Denken Sie an jemanden, der irgendwo eingeschlossen ist, seine Position mitteilt und von anderen zu lesen bekommt, in welche Richtung er gehen kann."
Zwei Stunden Puffer bei Stromausfall
Die Mobilfunksysteme in Deutschland funktionieren auch bei einem totalen Stromausfall noch eine Weile - sie haben laut Lorenz einen Puffer von etwa zwei Stunden. "Um in Katastrophen gerüstet zu sein, müsste dieser Puffer erhöht werden."
Noch etwas wünscht sich Lorenz für den deutschen Katastrophenschutz: "An den Sammelstationen sollten Steckdosen bereit stehen, damit Gerettete wenigstens für eine Kurznachricht ihren Handyakku aufladen können. Da reichen ja schon fünf bis zehn Minuten."
(hamo, shz)

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erstellt am 18.Mrz.2011 | 10:05 Uhr

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