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20. August 2014 | 14:39 Uhr

Mehr Suchtkranke : Schleswig-Holsteiner trinken zu viel Alkohol

vom

Die Zahl der Alkoholiker wächst - besonders in Schleswig-Holstein gibt es im Vergleich viele Todesfälle infolge der Sucht.

Kiel | Die Bundesländer in Ostdeutschland führen - statistisch gesehen - die Rangliste der Todesopfer durch Alkoholkonsum an. Betrachtet man jedoch allein die alten Länder, belegen Bremen und Schleswig-Holstein die Spitzenplätze. Im nördlichsten Bundesland gibt es pro Jahr 23 Sterbefälle je 100.000 Einwohner, das sind 552 Tote pro Jahr. In Baden-Württemberg werden lediglich 13 Todesfälle gezählt.
Warum ist die Lage in Schleswig-Holstein so kritisch? "Im Norden wurde mehr Korn getrunken, als in den südlichen Bundesländern", sagt Christa Merfert-Diete von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm. Was provozierend klingt, wird greifbar beim Blick auf die Entwicklung der Abhängigkeit. "Es braucht oft 15 bis 20 Jahre, bis die Erkrankten die Schwere ihrer Sucht erkennen", sagt Merfert-Diete. Und vielfach vergingen weitere Jahre, bis die Folgen tödlich seien.

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Mit Bier und Korn sozialisiert

Wer heute im Norden an alkoholbedingten Krankheiten stirbt (drei von vier Alkoholtoten sind Männer), ist mindestens 50 oder 60 Jahre alt und mit Bier und Korn sozialisiert worden. "In vielen Berufen war das Trinken allgemein üblich", erklärt Jörg Adler, stellvertretender Vorsitzender der Landesstelle für Suchtfragen. Das habe sich heute radikal geändert, doch leider sei die Zahl der Abhängigen trotzdem nur leicht zurückgegangen. Peter Petersen, Fachreferent für Suchthilfe bei der Diakonie, erklärt, warum: "Schleswig-Holstein ist ein Flächenland mit wirtschaftlichen Schwächen. Bestimmen Existenzängste das Leben, gibt es immer auch einen erhöhten Alkoholkonsum. Trinken ist immer auch der Versuch, mit dem Stress des Lebens klarzukommen." Ein weiteres Problem sei die angespannte Haushaltslage. Petersen: "Suchthilfe ist eine kommunale Angelegenheit. Und vielfach werden die Resourcen knapp gehalten."
Das verdeutlicht der Vergleich zu Berlin. Dort ist auch das Geld knapp, doch das Netz an ambulanten Behandlungsstellen ist dicht geknüpft - und kann selbst ohne Führerschein erreicht werden. Das ist bei den rund 80 Beratungsstellen im Norden nicht immer gegeben - im Kreis Steinburg ist das Netz am dünnsten. In Berlin gibt es, obwohl Großstadt, nur 16 Alkoholtote pro 100.000 Einwohner. "Das Problem des ländlichen Raumes ist zudem, dass man mit der Alkoholsucht weniger offen umgeht", glaubt Petersen. "Jeder kennt jeden, man wird stigmatisiert." Wie viele Fälle gibt es in Schleswig-Holstein? "Grundsätzlich geht man davon aus, dass fünf Prozent der Bevölkerung alkoholabhängig sind, das wären bei uns 140.000 Betroffene", so Christine Brandes von der Landesstelle für Suchtfragen. 10.000 Menschen seien 2011 neu in die Hilfesysteme gekommen, davon seien 51 Prozent Alkoholiker gewesen. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 44 Jahren.
Es gibt auch einen Lichtblick: Die Prävention zeige bei Jugendlichen Wirkung, abgesehen von einem harten Kern an Komasäufern, so Jörg Adler von der Landesstelle für Suchtfragen. Er sagt: "Ein guter Weg wäre es Alkohol zu verteuern." Funktioniert hat das in kleinem Rahmen schon einmal - bei der Sondersteuer für Alkopops.

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von ge
erstellt am 18.Dez.2012 | 11:18 Uhr

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01. | Günter Mölck-Schmidt | 19.12.2012 | 20:02 Uhr
Verharmlosung

Die Zahlen müßten eigentlich für sich sprechen, aber....
Vor ein paar Monaten ging uns um eine Heraufsetzung der gedulteten Menge Marihuana.
Da fand hier eine rege Diskussion statt und fast alle waren für ein striktes Verbot.
Daran sterben jedes Jahr 0.
Jetzt geht es um das viel größere Problem Alkohol und es ist Schweigen im Walde.
Dabei sind die Zahlen noch extrem geschönt. Mein Vater ist am
Alkoholmißbrauch ( oder Gebrauch ) gestorben und noch viele mehr in meiner Familie.
Bei keinem stand dies als Todesursache im Totenschein. Mein Vater ist 46 Jahre alt
geworden und war zum Schluß ein absolutes Wrack. Er konnte sich nicht mehr alleine
auf den Beinen halten.
In seinem Totenschein stand ' Herzversagen '.
Die Ärzte wollen den Angehörigen die Peinlichkeit ersparen, deshalb wird die
Ursache geschönt.
Der Totenschein wird benötigt um den Nachlass zu regeln.
Hinzu kommen Verkehrstote wegen Alkohol am Steuer ( auch viele Unbeteiligte ),
alkoholbedingte Gewalt usw.
Ich empfehle dringend die Polizeiberichte mit offenen Augen zu lesen.
Ohne Alkohol hätte die Polizei viel weniger Arbeit und es gäbe so gut wie keine Übergriffe
auf Polizeibeamte.

Also : Wie wäre es mal mit Ehrlichkeit und einem angemessenen Umgang mit dieser
extrem gefährlichen Droge.
Die meisten jungen Menschen konsumieren den ersten Alkohol Zuhause bei Ihren Eltern
und im Fernsehen darf Alkohol beworben und konsumiert werden.
Das Oktoberfest ist die größte Drogenparty Deutschlands !





02. | Lost in Glückstadt | 17.12.2012 | 15:16 Uhr
Jeder Alkoholtote ist ein Märtyrer!

Erst ordentlich dafür zahlen und später keine Pension, Rente oder Sozialleistungen beziehen, das ist wirklich sozial!

Leute, sauft weiter, das gehört zur Geselligkeit, prügelt euch und vertragt euch wieder, die Lebenserwartung ist eh viel zu hoch.

03. | Thorsten Kropp | 17.12.2012 | 09:35 Uhr
Alkoholiker im Norden

Ewig graues Wetter, hässliche und triste Kleinstädte inmitten langweiliger und verspargelter Landschaften, unfähige Politiker, Zukunftsängste aufgrund von EU/Euro.

Es gibt jede Menge gute Gründe um in Schleswig-Holstein zum Alkoholiker zu werden. Lediglich das soziale Umfeld und die Familie hält die meisten davon ab. Wenn diese irgendwann wegbrechen ist Polen aber offen...

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