WIRTSCHAFT

 

Consideo

Was-wäre-wenn-Szenarien für die Politik

17. August 2010 | Von Tanja Nissen

Mit der Software der Lübecker Firma Consideo lassen sich komplexe Was-wäre-wenn-Szenarien simulieren. Consideo will damit der Politik zu mehr Transparenz verhelfen.

Lübeck. Hätte es ohne Hilfe aus Berlin eine Chance für den Medizinstudiengang der Lübecker Universität gegeben? Wie lassen sich Landes- und Kommunalhaushalte besser konsolidieren? Die Lübecker Firma Consideo fordert von der Politik mehr Transparenz bei politischen Entscheidungen - und bietet dabei ihre Unterstützung an. "Wir wollen der Landesregierung und auch Kommunen helfen, zu besseren Entscheidungen zu kommen", sagt Geschäftsführer Franc Grimm.

Die IT-Spezialisten von Consideo haben ein Computerprogramm entwickelt, mit dessen Hilfe sich komplexe Was-wäre-wenn-Szenarien simulieren lassen. Die Philosophie hinter der Software: Vernetztes Denken. Dabei werden die Eigenschaften eines Systems als ein vernetztes Wirkungsgefüge gesehen. Einzelne Faktoren schwächen oder verstärken andere Größen des Systems. Grimm fordert einen neuen Politikstil, frei von Vorbehalten und eingefahrenen Denkmustern.

Unternehmen mehrfach ausgezeichnet

Für den Kreis Segeberg hat Consideo bereits ein Entwicklungsmodell entworfen. Auch das Bundesumweltamt und die Bundeswehr stehen auf der Referenzliste der Firma, die aus einem EU-Forschungsprojekt entstanden ist. Ziel war es, eine Software zu entwickeln, die komplexe Zusammenhänge analysiert und trotzdem für jedermann einfach bedienbar ist. Anfang 2005 gründeten Franc Grimm und Kai Neumann die Consideo GmbH.

Ihnen sei wichtig, die "entscheidenden Zusammenhänge grafisch sichtbar zu machen und zu analysieren", sagt Grimm.

Viele Unternehmen hat das überzeugt. Sie setzen bereits auf die Computerprogramme der Lübecker Firma Consideo. Die Sparkasse Herzogtum Lauenburg beispielsweise nutzt die Software fürs Projektmanagement. Der Flughafen München versucht, damit den Krankenstand zu senken. Zudem wurde die Lübecker Firma bereits mehrfach ausgezeichnet. Im Dezember 2009 erhielt Consideo den Schmidt-Römhild-Technologiepreis.

Auf der Cebit 2010 gewann sie zum zweiten Mal in Folge den Innovationspreis-IT - nachdem sie bereits im vergangenen Jahr Sieger in der Kategorie Wissensmanagement und Bester der Landeswertung war. Und die Software von Consideo kommt nicht nur bei der Wirtschaft gut an. Unter anderem erarbeiteten Schüler sechs norddeutscher Schulen gemeinsam mit Consideo ein Konzept gegen Gewalt an Schulen.


 

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