WIRTSCHAFT

 

Schleswig-Holstein

Weniger Arbeitslose im November

30. November 2011 | 11:34 Uhr | Von dpa

Im Vergleich zum November 2010 ging die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein um 3563 zurück. Foto: dpa

Die Experten sind positiv überrascht: Sogar im November ist die Zahl der Arbeitslosen im Norden weiter gesunken. Und die Nachfrage nach Arbeitskräften hält an.

Die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein ist im November auf den niedrigsten Stand in diesem Monat seit 19 Jahren gesunken. Insgesamt waren 95.149 Frauen und Männer ohne festen Job, 3563 weniger als vor einem Jahr. Die Erwerbslosenquote fiel im Jahresvergleich von 6,9 auf 6,6 Prozent, teilte die Agentur für Arbeit am Mittwoch in Kiel weiter mit. Im Vergleich zum Vormonat sank die Quote um 0,1 Prozent, 676 Frauen und Männer weniger waren arbeitslos gemeldet.

"Dass die Arbeitslosenzahlen im Norden in einem November zurückgehen, ist sehr ungewöhnlich und daher ein überraschendes positives Signal", sagte Thomas Letixerant von der Geschäftsführung  der Regionaldirektion der Arbeitsagentur. Dies sei nach 2006 erst das zweite Mal in 50 Jahren. "Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in Schleswig-Holstein unverändert hoch", sagte Letixerant. Seit Januar wurden 58 200 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet und damit 5600 mehr als im Vorjahreszeitraum - ein Plus von 10,7 Prozent.

Nase vorn im Drei-Jahres-Vergleich

In den ersten elf Monaten dieses Jahres wurden im Norden fast 20 000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse geschlossen. Das seien 2,4 Prozent mehr als von Januar bis November 2010 und damit etwas weniger als im Bundesdurchschnitt mit 2,6 Prozent. Dafür seien im nördlichsten Bundesland aber seit 2008 insgesamt 4,1 Prozent mehr sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden, im Bundesdurchschnitt dagegen nur 3,5 Prozent. In diesem Drei-Jahres-Vergleich habe Schleswig-Holstein "deutlich die Nase vorn", sagte Letixerant.

Zusätzliche sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 5600), im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen (4200) sowie im Handel (4000). Lediglich bei den Dienstleistungen für private Haushalte (minus 400) und in der öffentlichen Verwaltung (minus 300) gingen Arbeitsplätze im nennenswerten Umfang verloren.

Jüngere Arbeitslose profitieren

Insbesondere jüngere Arbeitslose unter 25 konnten von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 600 oder 5,9 Prozent zurück. Problematisch bleibe die Situation der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre. Im Vergleich zum November 2010 nahm ihre Zahl um 700 oder 2,5 Prozent zu. "Ich gehe davon aus, dass bald auch diese Gruppe stärker profitieren kann. Denn die Notwendigkeit, auch auf ältere Arbeitslose zurückzugreifen, wird angesichts der drohenden Fachkräfteengpässe für alle Personalverantwortlichen steigen", meinte Letixerant.

Unter den Kreisen hat Stormarn am Hamburger Rand mit 3,7 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote, Schleswig-Flensburg mit 7,9 Prozent die höchste. Bei den kreisfreien Städten steht Neumünster mit 10,1 Prozent am besten da und Flensburg mit 11,1 Prozent am schlechtesten.

Seit Inkrafttreten der Hartz-IV-Reform vor sechs Jahren nahm die Zahl der Arbeitslosen im Norden um knapp 53.000 ab - ein Minus von 35 Prozent.
Im Dezember dürften nach Einschätzung Letixerants die Arbeitslosenzahlen im Norden aus saisonalen Gründen und wegen des beginnenden Winters wieder steigen.


 

Leserkommentare

 
FAIR VALUE 30.11.2011 13:29
jaja, die Statistiken

im November 2011 meldeten sich 696.000 Personen arbeitslos während 720.000 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten.
Von denjenigen,die ihre Arbeitslosigkeit beendeten gingen weniger als 1/3 in den 1.Arbeitsmarkt bzw.die Selbständigkeit.
nachzulesen auf S.15 der Arge-Statistik.
Wo blieb also der Rest(über 2/3) der Weniger-Arbeitslosen?
m.E. in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen !
ich glaube nicht,dass die alle erkrankt bzw.verstorben sind.
o

K.P. BARNICK 30.11.2011 14:54
Wer diese Zahlen glaubt wird selig.

Gestern Mittag, zur besten Tageszeit wo Millionen Leute arbeiten. Kommen da aus dem hiesigen SKY-Markt 2 Männer, besten Alters. Der eine mühte sich damit ab, seine 5 Pak. Boonekamp krampfhaft fest zu halten, der andere hatte leichte Schlagseite, weil er einen Stoffbeutel trug, gefüllt mit etwa 10 Dosen je 0,5 Ltr. Bier.
So strebten sie dann gen ihrer Behausung. In welcher Statistik werden solche Leute denn geführt? Wohl gemerkt, die hatten keinen Urlaub sondern keine Arbeit, und das schon lange, lange nicht.

HELMUTH SCHMIDT 30.11.2011 15:51
Langzeitarbeitslosigkeit macht nachgewiesen krank.

Auch Alkoholismus ist eine Krankheit. Das nur voran. Leider werden unsere Arbeitslosigkeitsstatistiken seit etwa 10 Jahren massiv "getürkt". Ein große Hamburger Tageszeitung veröffentlicht zu jeder Merkel-Statistik mit den "Arbeitslosen" auch die Gesamtzahl der "Arbeitssuchenden". Diese Zahl ist inzwischen (zumindest in Hamburg) schon bald doppelt so hoch, wie die amtlich verbreitete Statistik. Dazu kommen im Grunde noch die Leute, die während der Langzeitarbeitslosigkeit krank geworden und nicht mehr arbeitsfähig sind. So gesehen, sind die Fortschritte bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gering. Seit fast 30 Jahren (1982) lebt dieser Staat mit über 2 Millionen Arbeitslosen. Viel mehr, als die Statistiken zu frisieren, scheint dem Staat nicht mehr einzufallen.

B. BÖDECKER 30.11.2011 17:33
Weniger Arbeitslose?

Gebe Herrn Schmidt recht, Mein Bruder wurde (bevor er eine feste Stelle bekam, i d er jetzt noch ist) vor 20 J v einer Massnahme zur anderen geschickt.Nachher war er angeblich überqualifiziert. Er sagte damals schon, dass es nur darum geht, die Arbeitslosenz zu fingieren.Wir haben immer noch diese Zahl (2 Millionen) an Arbeitslosen, wenn nicht noch mehr. Denn diejenigen, die ihrem 1,.--Job nachgehen( alle Achtung vor denen,die sich bemühen, statt bis 12.ooh i Bett zu liegen) sind immer noch arbeitslos, werden aber als vermittelt geführt.Wenigstens zu der Zeit, in der sie den Job machen. LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN; und der dumme Bürger soll das galuben? Mitnichten

GEGEN JEDEN EXTREMISMUS 01.12.2011 06:39
Statistikgeheule

Jeden Monat das gleiche Statistikgeheule. In unserer Firma ist grade alles andere als rosige Stimmung und innerhalb von 3 Monaten sind allein in meiner Abteilung von knapp 25 Leuten 4 Personen freiwillig ausgeschieden und in gut bezahlte Jobs bei anderen Arbeitgebern untergekommen. Man muss halt auch selbst den Hintern hoch bekommen und nicht darauf warten, dass der Staat einem die Arbeit an die Haustür trägt!
Den saufenden Bodensatz der Republik werden sie nie in Arbeit bekommen, weil sie die ersten wären, die gegen jegliche Form von Zwangsmaßnahmen aufschreien würden. Und das hunderttausende aus der Statistik rausgerechnet werden (Forbildung, Krankheit, Umschulung, Reha) ist richtig - ändert aber nichts daran, dass die Zahl der Arbeitssuchenden trotzdem weiter gefallen ist. Die statistischen Erfassungsmittel sind dabei fast komplett von der EU vorgegeben - also auch ein Frankreich, dass bei 20 millionen Menschen weniger Bebölkerung gut 100.000 mehr Arbeitssuchende als Deutschland aufweist, rechnet sich diese Zahl auf die gleiche Art und Weise schön.

HANS ALBERS 01.12.2011 08:54
Seit 19 Jahren...

Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Ich hatte eigentlich mit 18 oder 20 Jahren gerechnet, 19 ist mal was neues. Jeden Monat die selbe sch.... . Deutschland baut die Arbeitslosigkeit ab, was für ein Schwachsinn. In sinnlosen Massnahmen werden sinnlose Millionen verschwendet, Statistik? Bewerbungschoaching, 50 plus kernig, dazu ein Heer von psychisch Kranken, die mit ihrer Lebenssituation einfach nicht klarkommen ( eben auch Alkoholiker! ), und diejenigen die altersbedingt aus der Statistik austreten. Dieser ewige Mist, von wegen es geht allen gut, es geht aufwärts und vor allem KOMPETENZ der Agentur:-), alles nur hohle Phrasen. Hier geht gar nichts, wir schaufeln unser eigenes Grab und singen dabei ein Lied, weil es ja so herrlich aufwärts geht. Jeden Monat die gleiche, wirklich gleiche Lüge... Angie und Guido, ihr seid die Besten!!! Ha,Ha... PS: @Barnick, was haben Sie denn um diese Zeit gekauft? Freundlichst...

K.P. BARNICK 01.12.2011 11:40
@HANS ALBERS

Ich habe 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, ohne Fehlzeit, jetzt genieße ich mein Rentnerdasein, dazu gehört auch, dass ich mittags einkaufen gehen kann.



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