WIRTSCHAFT
Schiffsverkehr
Stena Line schließt den Standort Travemünde
Genau so eisig wie der Anblick der Eisschollen im Kieler Hafen war gestern den 14 Mitarbeitern von Stena Line am Standort Travemünde zu Mute. Spätestens wenn in Kiel die beiden neuen Schiffe nach Göteborg ablegen, wird ihre Frachtverbindung von Travemünde nach Göteborg eingestellt, wie der schwedische Konzern gestern in Kiel bestätigte. Und das wird Anfang 2011 sein.
Was in Travemünde endet, wird in Kiel mit Millionen- Investitionen für die Zukunft aufgerüstet und als neues Fährschiff-Zeitalter des Konzerns bezeichnet: Im Mai dieses Jahres wird der erste Neubau der beiden modernen "Superferries" die Werft in Wismar verlassen und ab 9. Mai den fahrplanmäßigen Dienst zwischen Hoek von Holland und Harwich aufnehmen. Er ersetzt das RoPax-Schiff Stena Britannica, Baujahr 2003, das ab Mai auf einer Werft in Polen für seine neue Aufgabe - den Liniendienst zwischen Kiel und Göteborg umgebaut und ab September die bisherige Stena Germanica ersetzen wird.
Im September wird der neue Schwedenkai in Betrieb genommen
Im Januar nächsten Jahres werden die Kieler sich dann auch von der alten Stena Scandinavica verabschieden müssen, die durch die dann nach dem neuen Konzept umgebaute bisherige Stena Hollandica ersetzt wird. Da bei Stena Line die Schiffsnamen an die jeweilige Strecke gekoppelt sind, werden die mit 204 Metern um 65 Meter längeren Fährschiffe dann unter den vertrauten Namen Stena Germanica und Stena Scandinavica zwischen der Fördestadt und dem schwedischen Göteborg pendeln. Wie Hans Hansson, Frachtmanager der Reederei, am Dienstag in Kiel mitteilte, werden die Schiffe zwar weniger Passagiere und Autos befördern können, dafür jedoch fast drei mal so viel Frachtkapazität haben.
Passend zum Einsatz der moderneren Schiffe wird ab 1. September der neue Schwedenkai in Betrieb genommen. Rund 30 Millionen Euro hat die Seehafen Kiel GmbH mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein in Betriebsflächen, ein neues Terminalgebäude sowie erweiterte Eisenbahnanschlüsse investiert. Damit gewinnt der Hafen Kiel weiter an Bedeutung.
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Während gestern die Stena Line auf einer Pressekonferenz in Kiel die Öffentlichkeit
über die geplanten Modernisierungen der Route Kiel Göteborg und der damit verbundene Einstellung des Fährverkehrs von Travemünde nach Göteborg informierte, versuchte die Reederei fast zeitgleich die Wahl des Betriebsrats in ihrer Betriebsstätte in Travemünde vor dem Arbeitsgericht Lübeck per Einstweiliger Verfügung zu stoppen. Grund hierfür ist, dass nahezu alle Stena - Mitarbeiter am Standort Travemünde für die Betriebsratswahl kandidieren. Stena Line hatte mit dem Antrag jedoch keinen Erfolg. Das Arbeitsgericht Lübeck wies auf Antrag des Prozessvertreters des Betriebsrats und des Wahlvorstands das Begehren auf Abbruch der Betriebsratswahl zurück. Auch am Standort Kiel versucht Stena Line, die dort eingeleitete Betriebsratswahl durch
eine Einstweilige Verfügung zu stoppen, denn auch dort stehen Entlassungen an. Das Arbeitsgericht Kiel hat den 24.03.10 als Termin zur Anhörung der Parteien an gesetzt.