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Schlei-Klinikum
Neue Labore für Herz-Patienten
Im neuen hochmodernen Labor des Schlei-Klinikums: Ein Patient erhält gerade eine Herzkatheter-Untersuchung.
Schleswig. Erst 20 Jahre alt und schon ein Herzinfarkt. Dass dem betroffenen Patienten, der kürzlich rechtzeitig ins Schleiklinikum eingeliefert wurde, schnell und effektiv geholfen werden konnte, verdankt er dem Können der Ärzte - und dem neu eingerichteten hochmodernen Herzkatheterlabor. Es ermöglicht feinste diagnostische Verfahren. Privatdozent Dr. Dietmar Krüger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie, und sein Team behandeln dort mehr als 4000 Herzkranke im Jahr. Unter ihnen zunehmend auch jüngere Patienten. Die Tendenz verstärkt sich offenbar, dass Herzerkrankungen nicht vorwiegend den Älteren vorbehalten sind. Mit ein Grund dafür sei eine ungesunde Lebensweise jüngerer Menschen - etwa wenig Bewegung, falsche Ernährung und hoher Zigarettenkonsum, erklärt Dr. Krüger.
Die Damp Holding AG hat insgesamt etwa zwei Millionen Euro in die Modernisierung der Kardiologie des Schlei-Klinikums investiert. So wurde in diesem Frühjahr das "lang ersehnte" zweite Herzkatheterlabor mit modernster Technik in Betrieb genommen. Vor allem aber: Mit dem Amtsantritt von Chefarzt Dr. Krüger (45), der zuvor 17 Jahre an der Kieler Universitätsklinik das Herzkatheterlabor und die Intensivstation geleitet hatte, konnte das medizinische Leistungsspektrum in diesem Bereich auch in Schleswig erheblich ausgebaut werden. "Ich kann durch die hochmoderne Ausstattung nahezu alle Herzpatienten hier am Schleswiger Krankenhaus so behandeln wie zuvor an der Uniklinik in Kiel", sagt Dr. Krüger.
Herzklappenfehler ermitteln und exakt ausmessen
Alle angeborenen sowie im Laufe des Lebens erworbene Herzerkrankungen könnten zuverlässig diagnostiziert und therapiert werden. Die digitale hochauflösende Bildtechnik ermögliche die Behandlung verengter Herzkranzgefäße auch in einem fortgeschrittenen Stadium, also auch bei jenen Patienten, die noch vor wenigen Jahren eine Bypass-Operation erhalten mussten.
Im Schlei-Klinikum können demnach jegliche Verengungen und Verschlüsse von Herzkranzgefäßen mit Hilfe von Ballonkathetern und Gefäßstützen - sogenannten Stents - behandelt werden. Das Ärzteteam unter Leitung von Chefarzt Krüger kann Ursache und Schweregrad von Herzschwächen oder Herzklappenfehlern ermitteln und exakt ausmessen. Wenn erforderlich, kommen dabei sehr spezifische Verfahren zum Einsatz: Patienten mit schwerer Herzschwäche, deren Herzkammern nicht mehr im Takt schlagen, werden mit komplexen Schrittmachersystemen versorgt. Diese Geräte funktionieren ebenfalls als Defibrillator und retten bei schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen das Leben der Patienten.
"Ich hoffe, dass wir bald personelle Verstärkung bekommen"
Auch Patienten mit einem angeborenen Defekt der Vorhofscheidewand, die deshalb einen Schlaganfall erlitten haben, können dank der Kathetertechnik erfolgreich behandelt werden. Was geschieht, wenn bei Patienten eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäßte in einem weit fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird? In enger Zusammenarbeit mit der Herzchirurgie des Universitätsklinikums in Kiel werden diese Patienten dort versorgt.
In der Kardiologie des Schlei-Klinikums gewährleistet nach Krügers Aussage eine 24-Stunden-Notfallbereitschaft zu jeder Zeit eine schnelle und umfassende Versorgung von Herzkranken. Die Herzinfarkt-Patienten werden nach seinen Angaben von niedergelassenen Ärzten oder vom Notarztdienst telefonisch angekündigt und sofort im Herzkatheterlabor behandelt. Dr. Krüger: "Noch bevor der Notfall-Patient eintrifft, stehe ich oder steht ein Kollege schon im Labor bereit."
Die mehr als 4000 Patienten, die 2009 kardiologisch behandelt wurden - auch für 2010 rechnet die Klinik mit einer ähnlich hohen Anzahl -, werden unter Leitung von Dr. Krüger und seinem Team aus zwei Oberärzten und fünf Assistenzärzten betreut. "Ich hoffe, dass wir bald personelle Verstärkung bekommen", sagt er.
Auf welche Anzeichen sollten Menschen achten, wenn sie auf beunruhigende Weise hr Herz spüren? Krüger: "Bei Symptomen wie Luftnot, Herzrasen oder Brustschmerzen sollte man sofort den Hausarzt oder den Notarzt rufen." Mit den niedergelassenen Hausärzten und Kardiologen strebt Chefarzt Dr. Dietmar Krüger eine enge Kooperation an, die er gern weiter ausbauen möchte.
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