WIRTSCHAFT
Statistikamt Nord
Mehr Unternehmenspleiten in Schleswig-Holstein
Das entspricht einer Zunahme um acht Prozent, teilte das Statistikamt Nord am Montag mit. Damit ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zum zweiten Mal in Folge gestiegen, sie bleibt jedoch deutlich unter dem schleswig-holsteinischen Höchststand von 1 516 Anträgen im Jahr 2004.
Trotz des Anstiegs der Fallzahlen sank im Jahr 2009 die voraussichtliche Höhe der Forderungen der Gläubiger und damit der potenzielle wirtschaftliche Schaden um 27 Prozent von 813 auf 590 Millionen Euro. Die durchschnittliche Forderungshöhe je Insolvenzfall betrug damit rund 490.000 Euro statt noch 730.000 Euro im Jahr 2008. Dies beruht darauf, dass viel weniger Unternehmen mit sehr hohen Verbindlichkeiten (mindestens 25 Mio. Euro) einen Insolvenzantrag stellen mussten.
Auffällig: Viele Insolvenzen in Flensburg
Die Zahl der betroffenen Beschäftigten nahm allerdings um rund ein Drittel zu. Insgesamt waren 6299 Beschäftigte vom Verlust ihrer Arbeitsplätze bedroht. Im Jahr 2008 lag diese Zahl noch bei 4180. Unter anderem mussten sechs größere Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten den Gang zum Insolvenzgericht antreten.
Der Wirtschaftsbereich Handel war mit 224 Fällen am häufigsten von Insolvenz betroffen. Weitere 221 Insolvenzanträge wurden von Unternehmen gestellt, die zum Baugewerbe gehören. Im Wirtschaftszweig "Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen" wurden 128 Anträge registriert, im Gastgewerbe 123 Insolvenzen. Vergleichsweise hohe Zuwachsraten waren vor allem in den Wirtschaftsbereichen "Verkehr und Lagerei" mit drei Zehnteln sowie im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe mit jeweils gut einem Viertel mehr Anträgen zu verzeichnen.
Regional entwickelte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen durchaus unterschiedlich. Auffällig ist vor allem die deutliche Zunahme von Insolvenzen in Flensburg. Wurden 2008 noch 45 Fälle registriert, gab es 2009 insgesamt 80 Anträge, was einer Zunahme um fast 50 Prozent entspricht.
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Es wird Zeit, die Gewerbesteuer zu erhöhen, solange es noch Unternehmen in Flensburg gibt! Am besten rückwirkend!!