WIRTSCHAFT
GDL und Nord-Ostsee-Bahn
Streiks kosten die NOB knapp 13 Millionen Euro
Ein Zug der NOB auf Sylt: Weil die Züge während der Streiks zu selten fuhren, senkt das Land die Bonus-Zahlungen. Foto: Dommasch
Lokführer haben die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) 107 Tage bestreikt. Jetzt befinden sich das Unternehmen und die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) im Schlichtungsverfahren und schweigen darüber, was hinter den Kulissen abläuft. Fest steht aber, dass der Streik für die NOB sehr teuer wird - nicht nur wegen der 100.000 Euro, die jeder Streiktag gekostet hat. Auch das Land Schleswig-Holstein wird seine jährlichen Zahlungen deutlich kürzen, weil zu viele Züge ausgefallen sind.
"Genaue Summen können wir erst kommendes Jahr nennen", sagt Dennis Fiedel von der Landesweiten Verkehrs- und Servicegesellschaft (LVS) in Kiel. Sie ist für jährliche Bonuszahlungen an die regionalen Bahnunternehmen zuständig. Laut Fiedel sieht es so aus, dass die NOB vor allem wegen ihrer vielen Zugausfälle zwischen Hamburg und Sylt rund eine Million Euro weniger Geld bekommt. Die Verspätungen und Ausfälle auf den übrigen Strecken (Kiel-Husum, Husum-Bad St. Peter-Ording sowie Kiel-Eckernförde) werden das Bahnunternehmen eine weitere Million kosten. Damit hätte der Streik letztlich Kosten in Höhe von 12,7 Millionen Euro verursacht.
Diese Zahlen will die Nord-Ostsee-Bahn nicht bestätigen. Geschäftsführerin Martina Sandow kehrt die Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Schlichtungsgespräche mit der GDL in den Vordergrund: "Die Arbeitskampfmaßnahmen haben natürlich auch finanzielle Auswirkungen auf die NOB. Jedoch stehen für uns eine faire Bezahlung aller Berufsgruppen und der langfristige Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt." Eine finanzielle Schieflage der NOB zeichne sich laut Sandow nicht ab: "Das Unternehmen befindet sich in einer stabilen wirtschaftlichen Lage."
Leserkommentare
Warum sollte die Gewerkschaft nur weil die Mitglieder ihr gesetzlich eingeräumtes Recht zum Streiken wargenommen hat hier zur Kasse gebeten werden? Dafür gibt es gar keine Veranlassung. Ich denke aber die Führung der NOB hat gezeigt das Sie über genügend Mittel hätten, die Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Wer einen Verlust von ca. 13 Mio wegstecken kann und seine Mitarbeiter trozdem noch ausbeutet sollte sich schämen. Volkswirtschaftlich hätte es sich wahrscheinlich eh gelohnt auf die Forderungen einzugehen denn das hätte den wirtschaftlichen Schaden sicherlich um einiges gemindert. Die Fahrstreckenaufträge der NOB ein zu kassieren dafür gibt es auch keine Grundlage dafür bekommt die NOB ja schon weniger Prämien. Meiner Meinung nach sollten gerade hier in Schleswig-Holstein viel mehr und vor allem viel härter gestreikt werden um die Niedriglohnzahler mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Aber solange es so viele unorganisierte Arbeitnehmer gibt und es immer noch genügend Menschen gibt die sich gerne Ausbeuten lassen solange wird es bei der Mentalität der Arbeitgeber keine Lohnerhöhungen geben. Ach ja und um den nächsten Satz vorzubeugen: Ich bin auch Pendler und fahre jeden Tag die Strecke Bredstedt - Hamburg.
Ist ja schön, wenn man als Arbeitnehmer Gleitzeit oder einen toleranten Chef hat, wo das unterschiedliche Kommen nicht weiter kratzt. Aber für viele auf die NOB angewiesene Pendler, Azubi, Schüler und Studenten hat die Unzuverlässigkeit dieser Bahn erhebliche Konsequenzen gehabt. Die LVS hat komplett versagt: Bei derart heftigen Streiks hätte es Abmahnungen an den Betreiber (wie in NS bei der NWB) geben müssen. Außerdem wurde nie versucht, einen Ersatzverkehr durch einen anderen Betreiber auf die Beine zu stellen. Aussitzen scheint das Motto der Politik in Kiel zu sein: Man beschäftigt sich lieber mit sich selbst oder Spielchen, wie denen des ehemaligen Spitzenkandidaten der CDU. Ein Zweistundentakt mit teilweise chaotisch überfüllten Zügen auf so einer Hauptstrecke ist eine Zumutung für jeden Fahrgast. Aber die Politiker in Kiel bekommen sowas wohl nie mit: Da steht immer der einsatzbereite Dienstwagen vor der Tür.
Zum Glück darf die Politik nicht in die Tarifverhandlungen eingreifen. Kleiner Tip fragen Sie doch mal Ihren Namensvetter in Hamburg wie er in den 70er die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit seiner Partei finanziert hat. Ach ja und gleitende Arbeitszeit habe ich auch nicht und ja es hat mich auch geärgert das die Züge überfüllt und nur im 2 Stundentack gefahren sind. Mich ärgert auch der Baufahrplan auf der Strecke, aber das sind Dinge die man hinnehmen muß zu a) Streik das Recht hat jeder zu b) Bauarbeiten sind nun mal notwendig. Um mit der Werbung der 60er und 70er zu Enden......Wer wird denn gleich in die Luft gehen.......Herr Schmidt rauche lieber eine........... ach shit das war ja der Namensvetter der sich an keine Gesetzte hält und mein weil er alt ist und mal gewählter Volksvertreter war kann er sich jetzt alles erlauben.
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Das Defizit ist nicht zu beweinen! Die Geschäftsleitung ist auszuwechseln, Fahrstreckenaufträge einkassieren. Das Hin und Her mit den MitarbeiterInnen in der heutigen Zeit sucht nach Beispiele. Die Gewerkschaft ist allerdings am Mißerfolg durch die lange Streikphase auch zur Kasse zu bitten.