WIRTSCHAFT

 

Konjunkturklimaindex

Nord-Wirtschaft wächst weiter

09. Februar 2012 | 00:10 Uhr | Von kim

Zufrieden mit der Lage ist auch die Bauwirtschaft - dank der Impulse aus dem Wohnungsbau. Foto: dapd

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Kiels IHK-Präsident Leicht schaut optimistisch in die Zukunft. Trotz Krise läuft Schleswig-Holsteins Wirtschaft nach einer Unternehmensumfrage rund.

Kiel. Selbst durch die täglich neuen Hiobsbotschaften aus dem Euroraum lässt sich die Wirtschaft in Schleswig-Holstein nicht aus dem Tritt bringen. 42 Prozent der Unternehmen im Norden bezeichnen ihre Geschäftslage als gut. 20,2 Prozent erwarten sogar eine Verbesserung ihrer Situation, ergab eine Umfrage der Industrie und Handelskammer.

Mit einem Wert von 117 Punkten liege der Konjunkturklimaindex nur geringfügig unter dem Wert des Vorquartals, erklärte gestern IHK-Präsident Christof Andreas Leicht. Das Spitzenergebnis von 130,1 Punkten aus dem Vorjahr wurde auf der bis 200 reichenden Skala allerdings verfehlt. Trotzdem: Unternehmer investieren, Verbraucher sind in Kauflaune. "Für konjunkturelle Schwarzmalerei besteht in Schleswig-Holstein kein Anlass", so sein Fazit. Steigende Investitionen und die positive Beschäftigungsentwicklung ließen erwarten, "dass der Konjunkturzug auch 2012 in Fahrt bleibt". Voraussetzung: Die Eurokrise darf nicht weiter eskalieren.

Geschäftslage schwankt branchenabhängig

Je nach Branche schwankt das "Klima" allerdings: So wird die Industriekonjunktur weiterhin von gut gefüllten Auftragsbüchern und der regen Investitionstätigkeit der Unternehmen getragen. Die Bauwirtschaft berichtet überwiegend von einer befriedigenden Geschäftslage. Sie erhält positive Impulse aus dem Bereich des Wohnungsbaus. Der Handel habe sich zu einer konjunkturellen Stütze entwickelt. Er profitiert laut Stein von einer spürbaren Belebung der Verbrauchernachfrage und der gesunkenen Arbeitslosigkeit. Die Lage in der Verkehrswirtschaft sei überwiegend befriedigend. Rundum positiv stellt sich die Konjunkturlage in der Dienstleistungswirtschaft dar. "Besonders gut laufen die Geschäfte bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern", so Stein.

Auch die Beschäftigungs pläne bleiben auf Wachstum gerichtet. Besonders Industrie, Einzelhandel und unternehmensbezogene Dienstleister suchen Fachpersonal. Inzwischen geben 31 Prozent der Unternehmen an, nicht mehr alle Azubi-Stellen besetzen zu können. Zuwanderung - auch aus derzeit notleidenden EU-Staaten wie Spanien und Griechenland - sei ein Teil der Lösung dieses Problems.

Steigende Energiepreise als größte Konjunkturrisiken

Das Fazit von Stein: "Die positive Stimmung in der Wirtschaft überwiegt, Die Konjunktur mag abkühlen, aber einen Einbruch gibt es nicht". Befragt nach Konjunkturrisiken gaben die Unternehmen vor allem steigende Energiepreise, eine sinkende Inlandsnachfrage und den Fachkräftemangel an. Finanzierungshemmnisse, die noch vor zwei Jahren als großer Risikofaktor gesehen wurden, rangieren jetzt unter "ferner liefen".

Auch der Drang, Produktionsstätten ins Ausland zu verlegen, hat sich offenbar abgeschwächt. 62 Prozent der Befragten wollen weiter ausschließlich in Schleswig-Holstein investieren. Nur acht Prozent gaben an, dass das Auslandsengagement wachsen werde, um Produktionskosten zu senken, Märkte zu erschließen und den Kundendienst in den Absatzgebieten zu verbessern. Zielregionen für Auslandsinvestitionen sind in erster Linie die 15 EU-Kernländer und China, gefolgt vom restlichen Asien sowie Russland und der Ukraine. Amerika und die neuen EU-Beitrittsländer spielen kaum eine Rolle.


 

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