WIRTSCHAFT

 

Henstedt-Ulzburg

Krankenhausverkauf bis Mitte 2012

25. Januar 2012 | 12:52 Uhr | Von dpa

Der Verkauf des Krankenhauses in Henstedt-Ulzburg zeigt: Hohe Investitionen und steigende Kosten machen die Führung des "Betriebs Krankenhaus" schwierig.

Henstedt-ulzburg. Der geplante Verkauf der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) soll bis Mitte 2012 abgeschlossen sein. Das kündigte der Sprecher der Geschäftsführung der Klinikgruppe, Alfred Felscher, am Mittwoch an. Er begründete den Schritt mit einem "enorm gewachsenen" Wettbewerbsdruck in der Region. Die Klinik hat 211 Betten und beschäftigt 386 Mitarbeiter.

Den wirtschaftlichen Vorteil, den Konkurrenten mit mehreren Häuser in der Region hätten, könnten die Paracelsus-Kliniken nicht aufholen, sagte der Manager. Die beiden nächstgelegenen eigenen Kliniken in Bremen und Hannover seien zu weit entfernt, um gemeinsam wirtschaftliche Effekte erzielen oder eine engere medizinische Zusammenarbeit erreichen zu können. Die Gruppe betreibt auch die Nordseeklinik Helgoland.

Sanierung erst im Frühjahr 2011 abgeschlossen

Im Norden hatte im Herbst 2011 die Übernahme der Damp-Gruppe durch die Helios Kliniken GmbH - eine Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius - für Aufsehen gesorgt. Dadurch entsteht der mit Abstand größte deutsche Klinikverbund mit über drei Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Eine 28 Millionen Euro teure Modernisierung des Akutkrankenhauses Henstedt-Ulzburg wurde erst im Frühjahr 2011 abgeschlossen. Der Verkauf sei der in Familienbesitz befindlichen Firmengruppe nicht leicht gefallen, sagte Felscher. Damit wurde die HSH Corporate Finance beauftragt, eine Tochterfirma der HSH Nordbank.

Der Paracelsus-Konzern
Der Paracelsus-Konzern beschäftigt bundesweit rund 5000 Mitarbeiter. Sie versorgen jährlich mehr als 100.000 Patienten stationär. 17 Akut-Krankenhäuser sowie 12 Rehabilitations -Kliniken und ambulanten Einrichtungen gehören nach Unternehmensangaben zur Gruppe. Der Krankenhausbetreiber war 1968 in Osnabrück gegründet worden.
Für 2010 wies der Konzern einen Gewinn von 227.000 Euro aus. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei fast 11 Millionen Euro. Die Umsätze betrugen 336 Millionen Euro. Die Zahl der Betten in der Akutversorgung wurde im damaligen Jahresbericht mit 2105 Betten angegeben, in der Rehabilitation mit 2041. Im Zuge der zweijährigen Modernisierung des Standorts Henstedt-Ulzburg wurde das benachbarte Krankenhaus in Kaltenkirchen geschlossen.


 

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