WIRTSCHAFT

 

26.000 Arbeitsplätze gesichert

Förderinstitute helfen 1000 Unternehmen

10. Februar 2012 | 13:30 Uhr | Von dpa

1,3 Milliarden Euro öffentliche Finanzierungshilfen flossen 2011 in schleswig-holsteinische Unternehmen. 26.000 Arbeitsplätze seien mit dem Geld gesichert worden.

Konjunktur, Energiewende und verschärfte Eigenkapital-Vorgaben kurbeln das Geschäft der Förderinstitute zur Unterstützung des Mittelstandes in Schleswig-Holstein kräftig an. Sie greifen den mittleren und kleinen Unternehmen mit Krediten, Bürgschaften und stillen Beteiligungen unter die Arme. Im vergangenen Jahr sicherten sie mit öffentlichen Finanzierungshilfen gut 26.000 Arbeitsplätze und schufen 2300 neue. 354 Millionen Euro Fördermittel flossen in 965 Unternehmen und lösten ein Investitionsvolumen von knapp 1,3 Milliarden Euro aus. Das Vorjahresergebnis wurde damit um 250 Millionen Euro übertroffen.

"Diese Zahlen belegen nicht nur, dass 2011 ein gutes Jahr für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein war, sondern dass unser Mittelstand am Aufschwung deutlich partizipieren und sich weiter gut entwickeln konnte", erklärte Wirtschafts-Staatssekretärin Tamara Zieschang am Freitag zur Jahresbilanz der Förderinstitute des Landes. Gut seien auch die Aussichten für 2012. "Die schleswig-holsteinische Wirtschaft steht robust da", sagte Zieschang. "Das Handwerk kann sich vor Aufträgen kaum retten."

Garantien in Höhe von 64 Millionen Euro

Zusätzliche Dynamik bringt die Wende hin zu erneuerbaren Energien. Hier begleitete die Investitionsbank im vorigen Jahr mit gewerblichen Krediten Investitionen in Höhe von 292 Millionen Euro. "Ein Drittel unserer Mittel gehen in Investitionen zur Umsetzung der Energiewende", sagte IB-Vorstandschef Erk Westermann-Lammers. Mehr als 100 Unternehmensgründungen wurden erfolgreich unterstützt, auch mit Mikrokrediten von 3000 bis 15.000 Euro. Dabei gebe es viele kreative Ideen, lobte Westermann-Lammers. Ein Existenzgründer zieht beispielsweise mit einem mobilen Küchenstudio durchs Land, um besonders im ländlichen Raum Kunden für Modernisierungen zu gewinnen.

Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft stärkt mit stillen Beteiligungen die Eigenkapitalbasis von Unternehmen, die ansonsten noch schwerer Kredite von der Hausbank bekommen würden. Dabei vollzog sich im vorigen Jahr ein Wandel: "Standen 2010 noch die Liquidität und die finanzielle Stabilität der Unternehmen im Mittelpunkt, so haben wir 2011 zu 72 Prozent Wachstumsfinanzierungen mit Investitionen und positiven Arbeitsplatzeffekten begleitet", sagte Geschäftsführer Gerd-Rüdiger Steffen. Obwohl das Neugeschäft auf 17 Millionen Euro sank, stieg das von der MBG begleitete Investitionsvolumen um 42 Prozent auf 129 Millionen Euro.

Die Bürgschaftsbank springt ein, wenn aussichtsreiche Vorhaben zu scheitern drohen, weil der Hausbank ohne zusätzliche Sicherheiten das Kreditrisiko zu hoch erscheint. Sie gab Bürgschaften und Garantien in Höhe von 64 Millionen Euro für 588 Unternehmen aus. Das ist ein deutlicher Rückgang, aber mit den Neuvergaben liegt die Bürgschaftsbank im Bundesvergleich auf Platz zwei nach Baden-Württemberg. Es wurden Investitionen im Volumen von fast 200 Millionen Euro ausgelöst. Das Institut begleitet gut 3400 Unternehmen und damit so viele wie nie zuvor in ihrer 60-jährigen Geschichte.


 

Leserkommentare

 
ANDREAS BERGER 11.02.2012 12:47
Und das Schuldenmachen geht weiter...

Jeder Arbeitsplatz wurde also mit 50.000 Euro subventioniert! Sicherlich haben dabei die Freunde der Politiker aus CDU und FDP am besten abgesahnt! Allein die Schwartauer Marmeladefabriken haben 5 Millionen Zuschuss bekommen, aber die Produkte dieser Firma bleiben überteuert. Weiter so, bald steht ja ein Regierungswechsel an, dann dürfen die "anderen" die Verschuldung weiter betreiben. Ich könnte gar nicht soviel kotzen, wie ich möchte...



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