WIRTSCHAFT

 

Haarrisse im Großraumflugzeug

A 380 muss auf den Prüfstand

09. Februar 2012 | 00:10 Uhr | Von Thomas Rietig

Der Super-Airbus ist das Flaggschiff der Flugzeugflotte aus Toulouse. Foto: dpa

Luftsicherheitsbehörde ordnet wegen Haarrissen in den Flügeln des A 380 Inspektionen für alle 68 Jets an. Sicherheit der Fluggäste stehe "nicht zur Debatte".

Toulouse / Berlin. Alle 68 Großraumflugzeuge des Typs Airbus A 380 müssen auf Haarrisse in den Tragflächen untersucht werden. Das hat die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA gestern angeordnet. Zuvor hatte die australische Fluggesellschaft Qantas einen A 380 nach der Entdeckung Dutzender Haarrisse vorerst stillgelegt. Die EASA verschärfte mit dem neuen Erlass eine Anordnung vom 20. Januar, die nur jene Großflugzeuge betraf, die mehr als 1300 Flüge hinter sich haben.

Der Erlass stellt laut Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath sicher, "dass die Untersuchung, die von Airbus ohnehin empfohlen wird, auch durchgeführt wird". Schaffrath sagte in Toulouse, die Sicherheit der Fluggäste stehe nicht zur Debatte. Die EASA gab den Gesellschaften je nach Flugleistung bis zu sechs Wochen Zeit, ihre Flugzeuge zu untersuchen und gegebenenfalls beschädigte Teile auszutauschen. Maschinen mit 1384 oder mehr Flugstunden müssen innerhalb von drei Wochen, die anderen innerhalb von sechs Wochen ab 13. Februar zur Inspektion.

Keine Flug-Ausfälle bei der Lufthansa

Die Lufthansa muss eigenen Angaben zufolge dafür keine A380-Flüge ausfallen lassen. Mit dem Kranich am Heck fliegen derzeit acht der zweistöckigen Großraumjets, zwei weitere sollen in diesem Jahr dazu kommen. Der älteste Lufthansa-A380, die "Frankfurt", habe derzeit rund 900 Flüge hinter sich, so dass der Spielraum bis zur Prüfung recht groß sei. Die eventuell betroffenen Teile seien zwar leicht austauschbar, aber die vorbereitenden Arbeiten an den Tragflächen, in denen die Kerosintanks untergebracht sind, dauerten mindestens einen Tag.

Die Schäden in dem Jet der australischen Fluggesellschaft Qantas haben die Sicherheit der Passagiere nach Angaben der Gesellschaft nicht gefährdet. Sie glichen nicht jenen Schäden, die Airbus selbst im vergangenen Monat an den Flügeln zweier Maschinen entdeckt hatte.

Mitarbeiter von Qantas hatten die etwa zwei Zentimeter langen Haarrisse in den Verbindungsstücken zwischen den Spanten der Flügel und der Außenhaut entdeckt, nachdem die Maschine beim Flug von London nach Singapur in heftige Turbulenzen geraten war. Die Schäden seien jedoch nicht durch die Turbulenzen entstanden, sondern gingen auf ein Produktionsproblem beim Hersteller Airbus zurück, teilte die Fluggesellschaft mit. Innerhalb einer Woche solle das stillgelegte Flugzeug wieder starten können, hieß es bei Qantas.


 

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