SCHLESWIG-HOLSTEIN

 

Schwerpunkt Ostholstein

Im Norden grassiert die Augengrippe

22. November 2012 | 00:00 Uhr | Von ge


Es juckt, brennt und Tränen fließen: In Schleswig-Holstein sind etliche Fälle der sogenannten Augengrippe aufgetreten.

Kiel. "Vergangene Woche haben uns Labore nach ärztlichen Abstrichen fünf Fälle gemeldet", sagt Christian Kohl, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel. Augenärzte aus Ostholstein sprechen schon von über 110 Fällen - ihre Praxen waren offenbar der Ausgangsort der Infektion. Die Krankheit ist extrem ansteckend, und es gibt keine Medikamente, die helfen. Patienten müssen sich auf bis zu vier leidvolle Wochen einstellen. Bei der Augengrippe (Keratoconjunctivitis epidemica) lösen sehr widerstandsfähige Adeno-Viren eine Entzündung aus. Zunächst fühlt es sich an wie ein Sandkorn im Auge. Christian Kohl: "Dann röten sich die Augen, es kommt zu starkem Tränenfluss, zu Lidschwellungen, Juckreiz und erhöhter Lichtempfindlichkeit. Zudem können die Augenlider über Nacht verkleben." Später kann es zu einer Trübung der Hornhaut kommen, die über Monate andauern kann.

Übertragen werden die Viren durch Schmierinfektion. Bei Zimmertemperatur können sie über Wochen zum Beispiel auf Türgriffen überleben. Auch erkrankte Personen können das Virus bis zu drei Wochen lang weitergeben. Wer an Augengrippe leidet, sollte nicht mehr zur Arbeit gehen, sonst könnte sich das Virus im Kollegenkreis verbreiten. Auch auf Händeschütteln zur Begrüßung sollten Augengrippe-Patienten verzichten.

Ärzte raten zur Isolation, der Vermeidung von Hand-Augen-Kontakt - und strengster Hygiene. Benutzte Desinfektionsmittel müssen gegen Viren wirksam sein.


 
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