PANORAMA
Schleswig
2800 Jahre alter Kessel aus den Alpen entdeckt
Norderstapel. Segschneider deutet auf vier Bronzegefäße, die jetzt in Norderstapel freigelegt worden sind. Stephan Wieck fährt als Bundespolizist zur See. Nebenberuflich geht er als Detektorgänger in Schleswig-Holstein mit einer Metallsonde über Land. Der Twiebarg in Norderstapel (Kreis Schleswig-Flensburg) hat es ihm vor allem angetan - hier hat er schon diverse Keramik scherben und auch mal eine Kleidungs-Fibel gefunden. Als jetzt seine Sonde ansprach, glaubte er erneut an einen Kleinfund - doch nach dem ersten vorsichtigen Nachgraben alarmierte er das Landesamt.
Vermutlich Handelsware
Zusammen mit dem Grabungstechniker Jan Fischer und seinen Helfern legte er vier Kreuzataschenkessel, rund 50 Zentimeter durchmessende Bronzegefäße, frei. Diese konnten schnell dem siebten bis achten Jahrhundert vor Christus zugeordnet werden und sind bisher nur aus dem Alpenraum bekannt. "Vermutlich sind sie als Handelsware in den Norden gekommen, vielleicht im Tausch gegen Bernstein", so Segschneider. "Aber auch ein Geschenk an eine hochgestellte Persönlichkeit ist denkbar." Ihren Namen haben die Gefäße von den Haltern für die Transportgriffe, die in Kreuzform aufgenietet wurden.
Für Stephan Wieck ist der Fund der Lohn für viele Stunden des Suchens und des beharrlichen Verfolgens seines Hobbys.
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