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Neuer Zuschuss
Stadt rettet erneut Eutiner Festspiele
Eutin. Dafür sorgt die am Mittwochabend mit 17 gegen 14 Stimmen getroffene Entscheidung der Stadtvertretung, der Festspiele GmbH sofort einen zusätzlichen Zuschuss von 281.450 Euro zu zahlen. Geschäftsführer Josef-Hussek atmete nach dem Votum, das nach vierstündiger Sitzung in namentlicher Abstimmung erzielt wurde, erleichtert auf. Er versprach: "Jetzt werden in der Opernscheune die Ärmel aufgekrempelt. Mit der Chance zur ruhigen Arbeit und Kontinuität haben die Festspiele eine Zukunft."
In der Aussprache der Politiker war zuvor sehr ernsthaft über das Für und Wider einer weiteren Finanzhilfe der Stadt an die Festspiele diskutiert worden. Über 1 Million Euro seien in drei Jahren an die Oper gegangen, ohne dass sie auch bei gutem Wetter aus der Verlustzone herausgekommen sei, sagte Gudrun Orlick (SPD). Die Lebensqualität in Eutin hänge auch von gut ausgestatteten Schulen und sozialen Einrichtungen ab. Orlick: "Die Festspiele sind für Eutin mehrere Nummern zu groß."
"Wir haben die Krise hinter uns.
FWE-Sprecher Malte Tech plädierte für eine "kontrollierte Insolvenz", statt die "Dinge weiter schön zu reden". Der CDU-Vertreter Rudolf Behrendt griff in einem Rundumschlag sowohl die Seriosität der Festspiele-Verantwortlichen als auch "die Nibelungentreue der CDU zu Bürgermeister Schulz" an.
Nach jahrelangen Versuchen, der Oper auf die Beine zu helfen, müsse man nun Investitionen in Bildung und städtische Immobilien den Vorrang geben, sagte Grünen-Sprecher Jörg Sommerfeld. Seine Fraktionskollegin Monika Obieray, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der Festspiele, räumte Pannen und Fehleinschätzungen in der Opernscheune ein, stellte aber auch die Pluspunkte der 60. Spielzeit heraus: "Wir haben die Krise hinter uns. Geben Sie uns die Chance, 2011 erfolgreich zu sein."
Diese Aufwärtentwicklung hob auch Jens-Uwe Dankert (FDP) hervor. Wolfgang Baier (CDU) betonte, dass ohne die Festspiele Eutin den Ruf als ein kulturelles Zentrum in Norddeutschland aufs Spiel setzte. Elgin Lohse (CDU) sagte, dass rund 800.000 Euro zusätzliche Steuereinnahmen der Stadt die erneute Opernhilfe ermöglichten. Sie wies auch daraufhin, dass die Stadt in jüngster Zeit schon 6 Millionen Euro in Schulen und Kitas gesteckt habe.
17 Stadtvertreter von CDU, FDP, Grünen und SPD stimmten für den Zuschuss, 14 aus diesen Fraktionen und der FWE dagegen. Vier Politiker waren wegen möglicher Befangenheit von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen worden.
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