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Hamburg

Zwei Millionen für Zuhause-Kraftwerke

17. September 2009 | Von Markus Lorenzen

Prototyp eines "Zuhause-Kraftwerks"von Volkswagen. Foto: ddp

"Neues Kapitel der Energieversorgung" in Hamburg: 100 Mini-Energieproduzenten werden zusammengeschaltet.

Hamburg. Zuhause-Kraftwerke sind in aller Munde, seit der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick vorige Woche die neuen "Klimaretter" öffentlich vorgestellt hat. Seit gestern ist klar: Nicht nur der Ideengeber der angeblichen Energie-Revolution ist Hamburger, die ganze Stadt soll Pionier sein bei der hocheffizienten Stromerzeugung in den eigenen vier Wänden.

Laut Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) wird in Hamburg das bundesweit erste dezentrale Kraftwerk entstehen, das aus 100 der Mini-Blockheizkraftwerke zusammengeschaltet wird. Zwei Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm steckt der Senat in die neue Idee, die Lichtblick gemeinsam mit dem Motorenlieferanten VW verwirklicht (siehe Infotext). Ab Mai 2010 sollen die Zuhause-Kraftwerke anstelle veralterter Heizungsanlagen in öffentlichen Gebäuden installiert werden: Kindergärten, Altenheime und städtische Mietwohnungen sind die Einsatzorte. Die Senatorin schwärmte von einem "neuen Kapitel intelligenter Energieversorgung".

Laut Lichtblick-Vorstandschef Christian Friege könnten die anvisierten 100 Mini-Kraftwerke jährlich mehr als 1600 Tonnen CO2 einsparen: "Ein Gutachten zeigt, dass die flexibel steuerbare Stromerzeugung der 100 Zuhause-Kraftwerke den verfügbaren Strom aus Windenergie ideal ergänzt."

Die Effizienzwunder mit einem Wirkungsgrad von 92 Prozent werden im VW-Werk in Salzgitter gebaut, passen in jeden Keller und werden mit Erdgas befeuert. Zwei große Vorteile preist Lichtblick an: Dank des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung entsteht beim Verbrennen des Erdgases nicht nur Wärme für Heizung und Warmwasser, sondern auch Strom. Der wird ins Netz eingespeist, wofür Lichtblick eine Vergütung zahlt. Und zweitens: Mehrere Anlagen lassen sich bei Bedarf zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenschalten ("Schwarmstrom"), wenn etwa wegen Flaute zu wenig Windstrom produziert wird. Viele der Mini-Energieproduzenten können dann gemeinsam auch große Versorgungslücken schließen. Am Ende sollen so ganze Atom- und Kohlekraftwerke ersetzt werden.


 

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