PANORAMA
NPD kontra Schanzenfest
Hamburg droht Krawall-Wochenende
Das Schanzenfest Anfang Juli: Wird die Neuauflage am 12. September friedlicher? Foto: Wüst
Hamburg. Der Hamburger Polizei droht ein heißes Wochenende: Für den 11. und 12. September haben sowohl Links- als auch Rechtsextremisten Veranstaltungen angekündigt. Die Polizei rechnet mit Krawallen und will 2000 Beamte mobilisieren, um gegenzuhalten. Etwa 1000 davon sollen aus anderen Bundesländern angefordert werden.
Das mögliche Chaos ist ein Nachspiel des aus dem Ruder gelaufenen Schanzenfestes von Anfang Juli. Damals hatte es nach der friedlichen Stadtteil-Party die diesmal besonders heftigen Ausschreitungen von Linksautonomen gegeben. Es gab 72 verletzte Polizisten und 86 Festnahmen. Die Macher des Festes empörten sich über die vermeintlich aggressive Vorgehensweise der Ordnungsmacht. Kritisiert wurde vor allem ein brachialer Polizeieinsatz in der St. Pauli-Fankneipe "Jolly Roger". Aktivisten aus dem Umfeld der "Roten Flora" revanchierten sich auf ihre Weise und kündigten für den 12. September eine Neuauflage des Festes an.
NPD gegen Schanzenfest
Das wiederum rief die NPD auf den Plan. Unter dem Motto "Recht und Ordnung durchsetzen - Schanzenfest dauerhaft verbieten!" meldete der Hamburger Landesverband der Rechtsausleger-Partei eine Kundgebung am Gänsemarkt an. Weil dort bereits ein Wahlkampfauftritt von Linke-Chef Lafontaine vorgesehen war, müssen die Deutschnationalisten zum Berliner Tor ausweichen.
Polizei und Verfassungsschutz befürchten, dass es am Rande des NPD-Treffens zu Gewalt mit linken Gegendemonstranten kommt. Das wiederum würde die Atmosphäre für das Schanzenfest tags darauf weiter aufheizen.
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