LANDESPOLITIK

 

Landwirtschaft

Gentechnik verbieten? Opposition blitzt ab

21. Mai 2010 | Von kim

Die Gentechnikfreiheit solle "ein Markenzeichen für Schleswig-Holstein" werden, warb die Opposition. Vergebens: CDU und FDP stimmten für den Einsatz von Gentechnik.

Kiel. SPD, Grüne, Linke und SSW wussten die Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite, als sie am Donnerstag im Landtag ein Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen in Schleswig-Holstein forderten. Die Gentechnikfreiheit solle "ein Markenzeichen für Schleswig-Holstein" werden und der Landwirtschaft neue Marktchancen eröffnen, warb Lothar Hay (SPD) für den gemeinsamen Antrag der Opposition.

Darin wird die Landesregierung aufgefordert, sich bei Bund und EU dafür einzusetzen, dass jedes Bundesland eigenständig den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verbieten kann. Die Grünen plädieren darüber hinaus für ein europaweites "Reinheitsgebot für Saatgut". Sie verwiesen auf Hamburg, das auf Beschluss der Bürgerschaft bereits "gentechnikfrei" ist.

"Wir dürfen uns nicht der Realität verschließen"

Doch mit dem Gedanken konnten sich die Mehrheitsfraktionen von CDU und FDP nicht anfreunden. "Wir dürfen uns nicht der Realität verschließen", meinte Heiner Rickers (CDU) und plädierte dafür, "unter Einhaltung strenger Rahmenbedingungen die Koexistenz unterschiedlicher landwirtschaftlicher Anbauformen zu gewährleisten". Für die FDP zeigte Carsten Peter Brodersen zwar Verständnis für Bedenken in der Bevölkerung, warb aber dafür, "die Chancen zu nutzen, die die Gentechnik mit sich bringt".

Bauern und Konsumenten sollten die Wahlfreiheit zwischen traditionellen und gentechnisch veränderten Produkten haben, betonte Agrarministerin Juliane Rumpf (CDU). Im Norden werden derzeit laut Ministerium 140 gentechnische Agraranlagen betrieben.


 

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