KULTUR
Einsparungen
Salzau-Förderung bald Thema im Landtag
Kiel. Für eine dieser Fragen will jetzt die SSW-Fraktionsvorsitzende Anke Spoorendonk auf parlamentarischem Wege eine Antwort einfordern: Was passiert mit dem Geld, das das Landeskulturzentrum (LKZ) Salzau aus dem Kulturetat des Landeshaushalts erhält, wenn es auf Salzau wegen fehlender Mittel kaum noch kulturelle Angebote gibt? "Dann werden 485.000 Euro für einen Hotelbetrieb gegeben und anderswo wird in der Weiterbildung gekürzt. Das verstehe ich nicht", begründet Spoorendonk ihr Anliegen. 485.000 flossen bislang aus dem Kulturhaushalt in Richtung Salzau, nach der 10-prozentigen Kürzung dieser Summe für das Jahr 2010 wären es noch etwa 430.000 Euro.
Geld, das laut Nathalie Heinrich, Geschäftsführerin der LKZ-Betreiber-GmbH, nur für die Betriebskosten verwendet wurde: "Nach der Kürzung reichen die Mittel selbst dafür nicht mehr", sagt Heinrich. Obwohl man in den vergangenen fünf Jahren die eigenen Einnahmen aus Veranstaltungen verdoppelt habe, stehe die Einrichtung mit leeren Händen da.
"Wir müssen die Ergebnisse der Haushaltsstrukturkommission abwarten"
Wichtiger Imagefaktor für das LKZ ist die Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musikfestivals, für die zur schönsten Sommerzeit die gesamte Anlage gebucht ist. Der Preis für die Unterbringung der rund 140 Akademiemitglieder soll, so heißt es aus Festivalkreisen, für die 70 Tage bei rund 60.000 Euro liegen - also bei etwa 6 Euro pro Person und Tag. Preise, die unter denen einer Jugendherberge liegen.
Wenige Wochen vor dem Einzug der Musiker in Salzau werden derweil rund um den Kieler Landtag die Rufe nach einer zeitnahen Lösung für die teure Problem-Immobilie Salzau immer lauter. "Wir müssen die Ergebnisse der Haushaltsstrukturkommission abwarten. Dann müsste man gegebenenfalls schauen, wie man auf Salzau auch unter schlechteren Bedingungen weitermachen kann", sagt dazu Thomas Schunck, Sprecher des Kieler Kulturministeriums.
Nathalie Heinrich plädiert für eine schnelle Lösung, "schließlich kann ich den Betrieb als Geschäftsführerin nicht sehenden Auges in die Insolvenz rutschen lassen".
Die Haushaltsstrukturkommission soll Ende Mai ihre Beratungen abschließen. Vielleicht hat dann sogar Nathalie Heinrichs bevorzugte Lösung eine Chance: Die Kosten für die Bewirtschaftung der Immobilie werden aus dem Kulturhaushalt in ein anderes Ressort verschoben, dafür wird ein wesentlich geringer Betrag zur Verfügung gestellt, der allein für Veranstaltungen eingesetzt werden darf. Aber das ist in diesen Zeiten ein kühner Wunsch - keine Frage.
Lust auf mehr? Ihre sh:z Tageszeitung jetzt
2 Wochen kostenlos testen.







