SCHLESWIG-HOLSTEIN
Xavier Naidoo
Naive Texte, gefühlvoller Gesang und treue Fans
Hamburg. Xavier Naidoo ist bei seinem Hamburger Konzert überpünktlich. Eigentlich sollte er seine Show im Luruper Bogen um 20.30 Uhr eröffnen. Gut 20 Minuten vorher betritt der Mannheimer die Bühne. Das bringt ihm bei den mehr als 10.000 Fans Sympathiepunkte ein, die er im Laufe des Abends kein einziges Mal verspielt. Schließlich wartet der 38-Jährige neben einigen Stücken seines jüngsten Albums "Alles kann besser werden" vor allem mit seinen größten Hits auf. Ob "Wo willst du hin" oder "20.000 Meilen" - er lässt nichts aus. "Dieser Weg" spart er sich für die Zugabe auf, bevor er mit "Wenn ein Lied" seinen Auftritt endgültig beendet. Dieses Stück der Söhne Mannheims hat er für sein Soloprogramm tanzbarer gemacht.
Ansonsten pendelt er zwischen Pop, Soul und HipHop. Die Melodien sind durchweg schön, die Beats recht ähnlich. Gerade in den leisen Passagen trumpft Naidoo, der seine obligatorische Schiebermütze nebst Sonnenbrille trägt, mit seinem gefühlvollen Gesang auf. Darum entflammen nach Einbruch der Dunkelheit bei den Balladen die Feuerzeuge. Das Publikum stimmt in die Refrains ein, ansonsten hängt es trotz - oder wegen - der oft naiven Texte an den Lippen seines Idols. Ironie geht ihm völlig ab, er meint, was er sagt. Diese Ehrlichkeit wissen die Besucher zu schätzen. Der Xavier ist für sie kein arroganter Star, eher sehen sie in ihm den netten Typen, der sich stets kumpelhaft gibt. Wenn er sie zum Mitklatschen animiert, klar, dann sind sie dabei. Sie schunkeln im Takt oder filmen eifrig mit ihren Handys. Schließlich liefert Naidoo einen äußerst soliden Auftritt ab. Mit netten Ansprachen und warmherzigen Tönen. Vielleicht hätte man sich ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht, sei's drum, für die Mehrheit waren die zwei Stunden auch so mehr als okay.
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