KULTUR
Hans-Joachim Marx verstorben
Ein Leben für die Musik ist zu Ende
Flensburg. Bis ins hohe Alter hat er komponiert und war in der Musikszene des Landes präsent. Jetzt hat Hans-Joachim Marx für immer den Klavierdeckel geschlossen. Der Flensburger Komponist verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 87 Jahren.
Vor noch nicht einmal einem Jahr wurde eines seiner jüngsten Werke bei der feierlichen Einweihung der neuen Orgel in Flensburgs Nikolai-Kirche uraufgeführt. Marx hatte eigens für den Anlass einen Hymnus über den Choral Nr. 504 "Himmel, Erde, Luft und Meer" komponiert. Anlässlich seines 85. Geburtstags würdigte das Schleswig-Holsteinische Landestheater den Komponisten mit einem Festkonzert im Flensburger Stadttheater, bei dem unter anderem Marxens Sinfonietta Nr. 2 gespielt wurde.
Hans-Joachim Marx wurde am 18. Juli 1923 in Anklam (Vorpommern) in eine Familie von Komponisten hineingeboren. Er wuchs in Stralsund auf; für die Hansestadt am Strelasund empfand er bis zum Schluss "Heimatgefühle", wie er in einem Interview äußerte. Sein Studium an der Musikhochschule in Berlin wurde durch eine langjährige Kriegsdienstzeit mit anschließender Gefangenschaft unterbrochen. 1952 legte er sein Staatsexamen als Kapellmeister an der Musikhochschule in Rostock ab. 1954 wurde er musikalischer Oberleiter am Theater Stralsund. 1958 ging er nach Westdeutschland und wurde ein Jahr später musikalischer Oberleiter an der Landesbühne Schleswig-Holstein. Er traf u.a. Leonard Bernstein, Brecht und Schostakowitsch. Von 1977 bis 1988 unterwies er Schüler am Alten Gymnasium Flensburg in Musik. Marx hinterlässt ein breites Spektrum an musikalischen Werken, das vom Bühnenwerk über sinfonische Musik bis zur Kirchenmusik reicht.
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