SCHLESWIG-HOLSTEIN
Musiktheater Lübeck
Der "Ring der Nibelungen" in Lübeck wird vollendet
Lübeck. Der Ring schließt sich. Mit der Premiere der "Götterdämmerung" am Sonntag komplettiert das Lübecker Musiktheater Richard Wagners Tetralogie und zeigt von 10. bis zum 19. September 2010 den vollständigen "Ring des Nibelungen". Es vollendet damit ein Vierjahres-Projekt, das bereits für seine ersten drei Teile hoch gelobt wurde.
Natürlich ist die Inszenierung für die Lübecker gerade in diesen Zeiten der forcierten Einsparungen ein Kraftakt. Gelohnt hat sich der Aufwand aber allemal. Lübecks "Ring"-Produktionen sind eingebettet in das spartenübergreifende Projekt "Wagner-trifft-Mann" - ein Geniestreich, der dem Haus Auslastungen bis an die 100-Prozent-Marke beschert hat.
Die Bayreuther selbst schmieden den Ring 2013 zum 200. Geburtstag seines Komponisten neu. Zwischendrin schürt Lübeck das Feuer. Regisseur Anthony Pilavachi vor allem ist es zu danken, dass die Opern um Geld, Macht, Begierden und Verrat vom Staub der vergangenen 134 Jahre befreit wurden. Musikalisch ist der Lübecker Ring ohnehin ein mindestens grundsolides und meist höchst genussreiches Spektakel. Brogli-Sacher, GMD und Operndirektor, hat mit Stefan Heidemann als Wotan, Rebecca Teem als Brünnhilde und Antonio Yang als Alberich eine hochkarätiges Ensemble geschmiedet.
16 Stunden Musik hat Richard Wagner auf Hunderte Seiten Libretto und Regieanweisungen komponiert und seinen "Ring des Nibelungen" nach insgesamt 28 Jahren schließlich beendet. "Wenn man diese Musik wirklich so spielen könnte, wie Wagner sie hörte, müsste man sie verbieten - von Staats wegen; sie sprengt die Welt", urteilte Herbert von Karajan. Igor Strawinsky dagegen nahm nur "chronische Aufgeblasenheit" war. In Lübeck können sich Opernfreunde selbst ein Bild machen. Nach der Premiere der "Götterdämmerung" (Sonntag, 5. September) gibt es den kompletten Ring: "Das Rheingold" am 10. September, 19.30 Uhr; "Die Walküre", 12. September, 17 Uhr; "Siegfried", 17. September, 17 Uhr; "Götterdämmerung", 19. September, 17 Uhr (zwei weitere Zyklen folgen im Februar und Mai 2011).
Karten unter: 0451/399600
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