CAMPUS

 

Hochschulorchester beim "Auswärtsspiel"

Erste Zugabe schon vor der Pause

31. Januar 2012 | Von Joachim Pohl

Souverän und humorvoll: Theo Saye dirigiert das Hochschulorchester. Foto: Dewanger

Flensburg. "Wenn Sie weinen möchten, dann bitte distinguiert", mahnte Dirigent Theo Saye das Publikum, bevor das von ihm geleitete Hochschulorchester Maurice Ravels "Pavane pour une infante défunte" anstimmte. Nach dem doch eher schwungvollen Lachischen Tanz Nr. 1 von Leos Janacek zum Auftakt versetzte das groß besetzte Orchester den Saal der Waldorfschule jetzt in eine sehr elegische Grundstimmung. Die "Pavane" ist ein verspielt-melancholischer Klassiker der gemäßigten Moderne, schön dargeboten vom Hochschulorchester bei seinem "Auswärtsspiel".

Kein Sinfoniekonzert ohne Solo, doch eine Sängerin ist da schon eher die Ausnahme. Theo Saye hatte die Mezzosopranistin Astrid von Feder gewonnen, die von 1997 bis 2002 am Landestheater gesungen hatte, heute jedoch auch schon mal als "Carmen" in Mexico-City oder Rio de Janeiro brilliert. Sie sang Mahlers "Kindertotenlieder". Wie von Saye angekündigt, wurde das Publikum jetzt von Orchester und Solistin "an seelische Abgründe" geführt: Passend zur düsteren Grundstimmung der vertonten Rückert-Gedichte kamen jetzt Bassklarinette und Kontrafagott zu ihren eher tiefer gelegten Einsätzen. Und Astrid von Feder gab den Liedern mit ihrem runden, beweglichen Mezzosopran viel Tiefe und Ausdruck. Fast schon frenetisch bejubelte das bunt gemischte Publikum den Vortrag, und so gab es schon vor der Pause eine Zugabe aus "Carmen".

Nach der Pause dann das Hauptwerk des Abends: Brahms’ vierte Sinfonie gehörte zu den Aushängeschildern der romantischen Sinfonik, und Theo Saye manövrierte das stets sich verbessernde Hochschulorchester souverän um alle Klippen dieses großen Werks. Eine famose Leistung und eine echter Bereicherung des kulturellen Lebens in der Stadt!


 

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