CAMPUS / NACHRICHTEN
DFG-Förderung
Uni-Professor erhält 80 000-Euro-Förderung
Flensburg. Der exakte Titel ist ein Wortungetüm: "Die Entwicklung fachlicher Differenzierung am Beispiel der pharmazeutisch-chemischen Hochschulausbildung, Deutsches Reich und Bundesrepublik Deutschland 1890 - 2000", kurz: DIFA - Fachliche Differenzierung.
Das Projekt von Universitätsprofessor Volker Müller-Benedict wurde bisher zwei Jahre lang mit 150 000 Euro gefördert. Nun erhält Müller-Benedict für ein weiteres Jahr nochmals eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Höhe von 80 000 Euro.
Ziel des Projekts ist die Beschreibung und Erklärung des Wachstums und der fachlichen Differenzierung in der Hochschulausbildung sowie den zugehörigen Prozessen der Spezialisierung im Beruf von Pharmazeuten, Chemikern und diesen Berufen nahe stehenden Ausbildungsbereichen. Der Betrachtungszeitraum reicht dabei von 1890 bis zum Jahr 2000. Das Wachstum und die fachliche Abgrenzung und Ausbildung einzelner Fächer steht oft in einem langen historischen Kontext. Als Beispiel seien die Konkurrenz zwischen Chemikern und Pharmazeuten im Arbeitsgebiet der Lebensmittelchemie und die für akademische Chemiker bis heute fast unumgängliche Dissertation angeführt. Im Projekt soll ermittelt werden, wie sich die fachliche Differenzierung zwischen den Interessen von Staat, Hochschullehrern und Berufsverbänden entwickelte. Als wichtige Einflüsse im Hintergrund werden Überfüllung, Mangel und Breitenwachstum im akademischen Bildungssystem sowie der naturwissenschaftlich-technologische Fortschritt einbezogen.
Die Chemiker und Pharmazeuten stellen exemplarische Fälle dar, so dass Müller-Benedict aus ihrer Untersuchung allgemeine Ergebnisse erwartet: Sowohl im Hinblick auf die Herausbildung neuer akademischer Berufsfelder als auch der Substituierung bestehender, vor allem nicht akademischer Berufsgruppen durch höher Qualifizierte.
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