CAMPUS / NACHRICHTEN
Vortrag
Sparwasser-Tor und andere Anekdoten des deutsch-deutschen Sports
Flensburg. Uwe Danker (Foto), Direktor des Instituts für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, zeigte nun, dass zwischen den Sportlern und Mannschaften beider deutscher Staaten noch andere spektakuläre, komische und absurde Momente enstanden - außer das 1:0 des DDR-Teams gegen die BRD-Auswahl bei der WM 1974.
Dabei ist Danker selbst nicht unbedingt der erste Kandidat für Vorträge zum Thema Sport. Man kennt ihn eher als Dozent am Institut für Geschichte an der Uni Flensburg. Doch dieser Vortrag handelte nicht von Statistiken und Rekorden. Danker betrachtete das Thema aus einem politik-geschichtlichen Blickwinkel: "Diese Geschichte ist von lauter symbolischen Verwicklungen geprägt", sagte er und zeigte zum Beispiel die Verwendung einer speziellen deutschen Olympia-Flagge oder die Nutzung Beethovens neunter Symphonie als Nationalhymne des gesamten deutschen Olympia-Teams.
Danker arbeitete das Thema anhand von drei Beispielen auf: der DDR-Sportlegende Täve Schur, den Olympischen Spielen und dem Fußball. Informationen aus der politischen Geschichte des geteilten Deutschlands wechselten sich dabei mit Details zu Olympia-Funktionären und Nationalmannschaften ab. Lustige Anekdoten über Ausscheidungswettkämpfe für deutsche Olympia-Mannschaften auf neutralem Boden oder mangelnde Englisch-Kenntnisse Ostdeutscher Funktionäre bei Vertragsunterzeichnungen lockerten die Stimmung immer wieder auf.
Nur der Abschnitt zu "Täve Schur" hätte ein wenig ausführlicher sein können. Infos über den weltweiten Radsport hätten den Erfolg Schurs mit Sicherheit noch deutlicher gemacht. Aber das Sparwasser-Tor durfte ja auch nicht zu kurz kommen, denn sonst wären die Erwartungen der Zuhörer wohl nicht erfüllt worden.
Angst vor einem Massenaufstand musste Danker aber nicht haben, denn es kamen nur vier Zuhörer! Schade, so ein Vortrag hätte mehr Gehör verdient.
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