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Streik

Studiengang "mal eben vom Zaun gebrochen"

16. Juni 2009 | Von Jana Winde

Können sich nicht frei entfalten: Flensburger Uni-Studenten demonstrieren auf dem Campus. Foto: Jana Winde

Streik: Uni-Studenten demonstrieren mit Zeltlager und Workshops gegen das Bachelor-/Mastersystem.

Flensburg. Es ist eine bundesweite Aktion, und die Flensburger Uni-Studenten machen mit: Mit Workshops und einem Zeltlager im Innenhof des Hauptgebäudes hat gestern der einwöchige "Bildungsstreik 2009" auf dem Campus begonnen. Denn trotz der schönen Lage am Meer: Die Studenten sind unzufrieden. Der Grund: So viel Zeit, ans Meer zu gehen, haben sie gar nicht.

"Das Bachelor-Master-System ist vollkommen verschult", ist sich das Bildungsstreik-Team einig. Das beginne mit der Anwesenheitspflicht und höre mit den Prüfungen in jedem Seminar noch lange nicht auf. Sie hätten keine "freien Entfaltungsmöglichkeiten" mehr, kritisieren die Studenten. Die Leistungsanforderungen seien zu hoch und "wenig transparent", sie stünden unter "ständigem Prüfungsdruck". Außerdem herrsche zwischen den Prüfungen "keine Verhältnismäßigkeit".

Unausgegorenes Konzept

"Uns scheint es so, als sei das Studienkonzept einfach nicht ausgearbeitet", erklärt Jan Hinrich Haacke vom Asta. "Als wäre es mal eben so vom Zaun gebrochen". Die Anwesenheitspflicht trage nicht zur Qualität der Lehrveranstaltungen bei. "Studenten sind alt und auch klug genug, um selbst entscheiden zu können, ob sie an einer Vorlesung teilnehmen möchten", sagt Annina Meinlschmidt, Studentin im 6. Semester.

Außerdem befürchten die jungen Frauen und Männer die Einführung von Studiengebühren. "Warum sollen wir für die drastische Unterfinanzierung der Uni, für die das Land verantwortlich ist, zahlen?", fragt Haacke. Nicht zuletzt sei die Uni Flensburg eine der am schlechtesten finanzierten Unis Deutschlands. "Wir verstehen nicht, warum wir, die Zukunft des Landes, so links liegen gelassen werden", bemängelt Delil Baran, Student und Referent für Hochschulpolitik. Der Widerspruch zwischen milliardenschweren Rettungspaketen für private Banken und der Sparpolitik im öffentlichen Bildungssektor sei "eine einzige Frechheit."

Am Mittwoch gipfelt der "Bildungsstreik" in der Vollversammlung (10.15 Uhr, Audimax) mit anschließender Demonstration in der Innenstadt. Organisiert haben die Aktionen vierzig Studenten, Asta-Mitglieder und vereinzelte Schüler und Dozenten.


 

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