SCHLESWIG-HOLSTEIN

 

Gothard Magaard

Wird er neuer Bischof von Schleswig?

25. Februar 2013 | 07:42 Uhr | Von Benjamin Lassiwe


Favorit für eine Wahl des künftigen Bischofs von Schleswig und Holstein: Gothard Magaard. Foto: okpress

Favorit für eine Wahl des künftigen Bischofs von Schleswig und Holstein: Gothard Magaard. Foto: okpress

Die Synode der Nordkirche hat Gothard Magaard bereits vom "Bevollmächtigten" zum "Vertreter" befördert. Nun könnte er noch weiter aufsteigen.

Lübeck/Schleswig. Gothart Magaard ist befördert worden. Aus dem bisherigen "Bischofsbevollmächtigten" im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland ist ab sofort ein "Bischofsvertreter" geworden. Das beschloss die am Wochenende in Travemünde auf der zu Ende gegangenen Synode der Nordkirche. Denn weil der bisherige Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich am Donnerstag zum ersten Landesbischof der Nordkirche mit Sitz in Schwerin gewählt wurde, gibt es bis zur geplanten Neuwahl im kommenden Jahr keinen Bischof von Schleswig mehr.

Theoretisch hätte ein Propst nun den Sprengel verwalten sollen - aber "an Magaard haben wir uns doch schon gewöhnt", sagten gleich mehrere Synodale während der Tagung des Kirchenparlaments. Was den Theologen, der nun die Aufgaben von Gerhard Ulrich komplett übernimmt, auch zu einem Favoriten bei der anstehenden Bischofswahl macht.

Schuldenfreier Kirchenhaushalt problemlos beschlossen

Doch auch insgesamt zog der Präses der Synode, der grüne Landtagsabgeordnete Andreas Tietze, eine positive Bilanz. "Das Schiff ist auf Kurs", sagt er. "Es hat die Mannschaft an Bord genommen, die Matrosen haben sich in ihren Kojen eingerichtet, der Rudergänger hat das Steuer übernommen." Denn für die im vergangenen Jahr aus der Nordelbischen Kirche sowie den Landeskirchen in Mecklenburg und Vorpommern gegründete Nordkirche ging es in Travemünde ein ganzes Stück weiter: Erstmals gibt es eine von der Synode gewählte Kirchenleitung, der auch zahlreiche Mitglieder aus Schleswig-Holstein angehören. Auch der 428,1 Millionen Euro umfassende, schuldenfreie Kirchenhaushalt wurde ohne Probleme beschlossen. Nur der Skandal um die Baumaßnahmen in der Freizeitstätte Koppelsberg bei Plön überschattete die Tagung des Kirchenparlaments. Am Samstag kündigte Ulrich noch einmal "größtmögliche Transparenz" im Umgang mit dem Debakel an.

Inhaltlich will sich die Nordkirche dagegen verstärkt dem Klimaschutz widmen. Für Februar 2014 kündigte Synodenpräses Tietze eine "Klimasynode" an. Die Nordkirche wolle bis 2050 zur CO2-Neutralen Landeskirche werden, so Tietze. "Wir wollen beim Klimaschutz Vorreiter sein." Und dann geriet der selbst in sozialen Netzwerken wie "Facebook" aktive Landtagsabgeordnete ins Träumen: Er könne sich auch vorstellen, die Tagungen der Landessynode per Internet-Livestream in die kleinste Dorfgemeinde zu übertragen. "Vielleicht will der ein oder andere zu Hause ja vom Computer zu Hause aus bei unseren Diskussionen mitmachen", so Tietze. Die Kirche brauche eine neue Beteiligungskultur.


 
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