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Bagger sinkt im Königsmoor ein

Moore und Naturschutz: Am besten bodenlos

09. Januar 2013 | 09:00 Uhr | Von kim/shz.de


Ein Bagger ist  im Königsmoor  eingesunken. Foto: Jaeger

Ein Bagger ist im Königsmoor eingesunken. Foto: Jaeger

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Gruselige Gefahr oder schützenswerte Natur? Seitdem ein Bagger im Königsmoor eingesunken ist, wagen sich immer mehr Neugierige in die urtümliche Landschaft.

Christiansholm. Dort, wo ein Bagger im Moor einsinkt - kann da auch ein Mensch ertrinken? Diese Frage stellen sich derzeit viele Schleswig-Holsteiner angesichts der Bilder aus dem Königsmoor zwischen Christiansholm und Hohn im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Buchstäblich in letzter Minute hatte sich ein Baggerfahrer mit einem beherzten Sprung aus dem Führerhaus seines 21-Tonnen-Gefährts retten können.

Geschichten von Menschen, die bei Nacht und Nebel im Moor vom Weg abkommen und dann langsam immer tiefer sinken, bis nur noch die Hand herausschaut, sind ein beliebtes Element von Krimis und Gruselfilmen. Und tatsächlich gibt es in bundesdeutschen Museen über 600 gut konservierte Moorleichen. Viele von ihnen, zum Beispiel auch der Junge von Windeby, sind allerdings eines natürlichen Todes gestorben und im Moor bestattet worden. So fand man bei der bekannten Leiche aus dem Moor bei Eckernförde Grabbeigaben.

Dennoch: Der Boden im Moor, das zeigen die aktuellen Bagger-Bergungsarbeiten, ist wackelig wie ein Pudding. Was sie nicht zeigen - das Moor ist unterhalb der wackeligen Grasnarbe eiskalt. Wer nicht ertrinkt, erfriert darin.

Betreten kann lebensgefährlich sein

"Ja, das Betreten des Moores ist immer gefährlich, an manchen Stellen auch lebensgefährlich", räumt Thomas Voigt von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ein. Die Stiftung managt die Renaturierung des rund 62 Hektar großen Königsmoores. Allerdings, so beruhigt Voigt, besteht die Gefahr nur abseits der offiziellen Wege. "Wer auf dem Weg bleibt, ist in Sicherheit." Darüber hinaus stünden überall Schilder, die auf die Gefahr hinwiesen. Vom Einzäunen des Moores hält er nichts. Ziel der Stiftung, die landesweit bereits 32.000 Hektar Grund und Boden besitzt, sei es, die Moore, Heideflächen, Wälder und Wildnisgebiete erlebbar und zugänglich für die Bevölkerung zu machen.

Mit den Arbeiten im Königsmoor will die Stiftung Naturschutz möglichst viel Regenwasser auf den Flächen im Einzugsbereich des Hohner Sees halten, um in dem binsenreichen und nassen Grünland wieder hochmoortypische Wasserstände herzustellen. Mehr Wasser im Boden ist elementar, um das Wachstum von Torfmoosen wieder anzukurbeln. Trotz der Gefahr, die von diesen Maßnahmen für die Menschen ausgeht, sieht Voigt kein Problem in der Renaturierung. "Wir schaffen hier keine neuen Gefahrenpotenziale", betont er. Vielmehr gehe es auch darum, "nachfolgenden Generationen zu zeigen, wie Schleswig-Holstein früher ausgesehen hat". Oberstes Anliegen der Naturschützer sei jedoch der Klimaschutz. Dafür sei Moor wichtig, denn es bindet CO2.

Zudem profitieren davon auch seltene Vögel, wie Kraniche, der großer Brachvogel und die Bekassine. Die Landesregierung stellt pro Jahr für den Moorschutz im Norden rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich gibt es den Moorschutzfond der Stiftung, die sich aus Ausgleichsmitteln speist, die zum Beispiel im Zusammenhang mit Straßenbauprojekten (A20, Fehmarnsund-Anbindung) gezahlt werden müssen. Geplant ist, Moorgebiete mit einer Gesamtgröße von einigen Tausend Hektar wieder zu vernässen.


 
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