SCHLESWIG-HOLSTEIN
Nord-Ostsee-Bahn
Lokführer und Zugbegleiter bestreiken NOB
Ein Zug der NOB im Bahnhof Rendsburg. Die Bahngesellschaft fährt mit Basisfahrplan. Die GDL rechnet mit dem Ausfall weiterer Züge. Foto: Euler
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) wieder zum Streik aufgerufen. Seit Sonnabend, 2.30 Uhr, haben dieses Mal nicht nur Lokführer ihre Arbeit niedergelegt. "In Husum haben sich Zugbegleiter am Morgen zu einer Solidarisierungsaktion der Lokführer zusammengefunden", sagte GDL-Sprecher Stefan Mousiol am Samstag. Die Streikbeteiligung der GDL-Lokführer liege bei 100 Prozent. Während die Zugbegleiter ihren Solidaritätsstreik in der Nacht zu Montag beendeten, kämpfen die Lokführer weiter. Dauer: unbekannt.
Eine konkrete Zahl der streikenden Mitarbeiter gaben weder Mousiol noch NOB-Sprecherin Christiane Lage bekannt. Der Basisfahrplan sei aber zu Streikbeginn in Kraft getreten und werde problemlos bedient, sagt Lage. Das bedeutet Fahrten im Zwei-Stunden-Takt auf den Strecken Kiel-Husum und Husum-St. Peter-Ording, darüber hinaus fahren Busse. Zwischen Kiel und Eckernförde setzt die NOB ausschließlich Busse ein. Auch zwischen Hamburg und Westerland pendeln die Züge im Zwei-Stunden-Takt, ergänzt durch weitere Pendlerzüge. Nach Ansicht von GDL-Sprecher Mousiol werden noch weitere Züge ausfallen.
Wer sperrt sich gegen Schlichtung?
Zuletzt hatte die GDL die NOB im Juli 2011 bestreikt. "Versuche der GDL, die NOB zu einer Schlichtung zu bewegen, hatte das Unternehmen wiederholt zurückgewiesen", heißt es in der Streikankündigung der Gewerkschaft. NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow hält dagegen: "Erst lässt die Gewerkschaft das von uns initiierte Schlichtungsverfahren platzen. Danach haben wir eigentlich erwartet, dass sich GDL-Chef Weselsky an seine mündlich signalisierte Kompromissbereitschaft zu einer vorbedingungsfreien Schlichtung erinnert und mit uns weiter verhandelt. Stattdessen wird die NOB erneut bestreikt. Damit schwindet meine Hoffnung auf eine baldige Beilegung des Konflikts." GDL-Nord-Vorsitzender Lutz Schreiber glaubt, dass sich die Differenzen "in konstruktiven Tarifverhandlungen wahrschenilich schnell beseitigen" ließen. Dass diese aber nicht geführt werden - daran sei nach Aussagen von NOB und GDL der jeweils andere schuld.
Ab Montag wird zwischen Kiel und Husum sowie Kiel und Eckernförde die Regionalbahn Schleswig-Holstein, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, an Stelle der NOB fahren. Sie hat die Ausschreibungen für die Strecken vom Land gewonnen.
Informationen über den Basisfahrplan auf www.nord-ostsee-bahn.de und unter Tel. 0180/1018011 (3,9 ct/min aus dem dt. Festnetz; Mobilfunk max. 42 ct/min)
Leserkommentare
Moin, die NOB gehört ja zur Gruppe VEOLIA und die sind ja bekannt für ihren schlechten Umgang mit Personal und Kunden. Weltweit wird VEOLIA aus den Städten ( die machen Wassermanagement,Elektrizität,Nahverkehr,Flugverkehr, usw) rausgeschmissen, Verträge mit denen werden gekündigt. Keiner will die mehr haben. Die haben das Pariser Wassernetz zerstört und jetzt sollen die Kunden die Misswirtschaft bezahlen. Nur 1Beispiel von vielen. (jetzt auch NOB) War vor kurzer Zeit in einer Sendung zu sehen. Monitor oder Report. Paris, NewYork,Johannisburg überall wird VEOLIA gekündigt. Gut von den 30 Lokführern, dass sie gekündigt haben. Solche Firmen gibt es schon zu viele.
Weg Mit VEOLIA.
Viele Grüße
Ab Dezember haben wir ja wieder die Deutsche Bahn und die hat ja einen Tarifvertrag abgeschlossen. Die GDL sollte statt um Lohnerhöhungen lieber anfangen um die Übernahme der restlichen Personale durch die DB Regio zu kämpfen, denn was nutzen einem die Lohnsteigerungen wenn Sie ab Dezember auf der Strasse stehen ???
verstehe ich nicht,warum nicht auch gestreikt wird in folgenden Fällen :
Berufskraftfahrer bei Spedition ./. Kraftfahrer bei Bundeswehr
Sekretärin im öffentlichen Dienst./. Sekretärin in der Privatwirtschaft
Koch in Fietes Eck./.Koch bei der Marine
Rentenanspruch aller Arbeiter/Angestellten nach 40 Berufsjahren./.Pensionsanspruch aller Beamten nach 40 Dienstjahren
uvm
Wenn der Streik also inhaltlich gerechtfertigt wäre dann hätten wir in Deutschland schon längst einen Generalstreik!!
Die GDL nutzt hier lediglich die besondere Situation der NOB in diesem kleinen Marktsegment aus,nichts anderes.
Die NOB hat meine ehrliche Anteilnahme in dieser für sie fast aussichtslosen Position.
Was habe die von Ihnen benannten Personengruppen mit der GDL zu tun? Nichts, und das ist auch gut so. Sollten die von Ihnen beschriebenen Personengruppen nicht mit ihren Arbeitsbedingungen einverstanden sein steht es ihnen frei sich einer Gewerkschaft anzuschließen und für ihre Rechte zu Streiken, so will es das Gesetz. Und Streiken tut nicht die GDL sondern die in Ihr organisierten Beschäftigten, diese bestimmen in einer Urabstimmung über einen Streik und nicht der GDL Vorsitzende und sein Gremium. Sicherlich ist es für viele eine Einschränkung wenn die einzelnen Strecken bestreikt werden. Und sollten Sie mit Ihrem Einkommen zufrieden sein so seien Sie froh, aber sprechen Sie niemenden sein Recht für seine Ineressen zhu streiken. Sicherlich wird der Streik inhaltlich gerechtfertigt sein son würde er nicht über einen solch langen Zeitraum durchgeführt werden. Und nein ich gehöre nicht zur GDL oder zur NOB.
Und nebenbei verdient Veolia und die NOB dick mit an den als "Auslandseinsätzen" verharmlosten Kriegsbeteiligungen der deutschen Militärs...
Wenn diese Privatisierungen eines staatlichen Kernbereichs genauer interessiert, sei folgende Homepage empfohlen:
www.veolia.nirgendwo.info
Ihre NOB-Anteilnahme ist einfach lächerlich - und das von Ihnen davor Geschriebene ebenso. Stammen Sie aus Timbuktu, oder haben Sie einfach im Unterricht bei Sozialkunde, Staatsbürgerkunde oder überhaupt im Leben nicht aufgepasst? Katastrophal irrsinnige Ansichten, die Sie hier propagieren wollen. Oder sind Sie gar Chef irgendeiner Klitsche? Also ein Unternehmerlein? Nicht? Na gut. So ein wirres Zeug reden die nur selten oder auch gar nicht. Back to school!
Dumm auf dem Bahnhof rumgestanden, hab ich nur einmal, jetzt erkundige ich mich morgens bevor ich fahre immer erstmal im Interenet, damit ich wichtige Termine einhalten kann. Streik hin oder her, aber wieso am Samstag alle zwei Stunden der Zug fährt, nur dann 21.33 der letzte Zug nach Sylt ausfällt und nach 3 Stunden Pause der nächste nur bis Husum fährt, muss sich ein Sadist ausgedacht haben, der sich nicht vorstellen kann, was es bedeutet, wenn jemand nach einer ganztägigen Fahrt 1-2 Stunden in Elmshorn steht und dann entgültig 0.30 in Husum Endstation hat. Da ich das gestern das zweite Mal erlebt habe, muss es ja wohl System haben. Da ist die Tatsache, dass im ganzen Zug nur eine Toilette gab und die anderen nur leise vor sich hinstanken noch das Wenigste. Ich hoffe die NOB ist bald Geschichte in SH
Ich wünsche den Lokführern viel Erfolg - und Herr GÖTTSCHE, weshalb einige Menschen, die mit Frau und 2 Kindern bei 20 Überstunden im Monat nur auf 1200 netto nicht streiken, kann ich mir nur mit dem schwachen Organisationsgrad in Gewerkschaften erklären - und das Pflegepersonal in Krankenhäusern ist auch längst überfällig.
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Ich fahre jeden Tag mit der NOB zwischen Westerland und Hamburg (Pendler), aber wieso gibt es zwischen der NOB und der GDL keinen Schlichter. Soweit ich weiß herrscht in der Phase ein Streikverbot. Sorry, aber als "Betroffener" geht mir der Streik echt auf den Keks. Jeder muß Abstriche machen, ansonsten ist es Erpressung.