SCHLESWIG-HOLSTEIN
Verlobung mit Peter Borchert: Zeugin verweigert Aussage
Ihre Zeugenaussage war kurz - doch sie sorgte bei Gericht und Staatsanwaltschaft für Missstimmung. Kaum hatte die Freundin des angeklagten ehemaligen NPD-Landeschefs Peter Borchert (35), der sich zurzeit vor dem Kieler Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten muss, gestern vor dem Richter Platz genommen, hatte sie auch schon die Aussage verweigert. "Wir sind verlobt - seit einem Tag", erklärte die schlanke blonde Melanie M. (27) selbstsicher, während ihr zukünftiger Ehemann, der sich seit Monaten in Haft befindet, auf der Anklagebank breit grinste. Als Verlobte muss die junge Frau nicht aussagen. Im Zuschauerraum johlten Freunde Borcherts aus der rechten Szene, die zum Teil gut sichtbar ihre Gesinnung - zum Beispiel als Werbe-T-Shirt für den Neumünsteraner Nazi-Treff "Club 88" - auf dem Bauch trugen.
Während Gericht und Staatsanwaltschaft die Aussage der 27-Jährigen nicht weiter hinterfragten, ärgerte sich Rechtsanwalt Dr. Michael Gubitz enorm. Der Anwalt vertritt Dennis K., ein Mitglied der Kieler "Hells Angels", der am 29. August 2008 von Borchert durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt worden sein soll. "So betreibt man Nicht-Aufklärung", stellte Gubitz am Rande der Verhandlung fest. Er kritisierte, dass die Zeugin ihre Verlobung nicht unter Eid hatte bestätigen müssen. Das Brisante an der Frau: Angeblich war sie vor einiger Zeit mit dem verwundeten "Hells Angel" li iert - weiß vielleicht auch Hintergründe der Querelen.
Ein Rechtsmediziner, der die Verletzungen begutachtet hatte, erklärte gestern, dass die Stiche wahrscheinlich von vorn gesetzt worden seien. Vor der Haftrichterin hatte Borchert behauptet, in Nothilfe zugestochen zu haben - und zwar von hinten. Wer den Streit
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angefangen hat, bleibt unklar. Zeugen sagten gestern: Die "Hells Angels" seien in der Überzahl gewesen. Ein Neonazi soll brutal geschlagen und getreten worden sein. Eine Amtsrichterin, die Zeugin der Schlägerei wurde: "Ich dachte, der Mann aus der rechten Szene wäre tot." Der Prozess wird fortgesetzt.
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