SCHLESWIG-HOLSTEIN
Nicht überlebensfähig?
Uni Lübeck von der Schließung bedroht?
Kiel / Lübeck. Dies ergibt sich aus einem internen Papier der Haushaltsstrukturkommission, das gestern bekannt wurde. Ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums sprach von einen "worst-case-szenario" (schlimm stenfalls). FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki stufte das Papier als Arbeitsunterlage für die Kommission ein, der er selbst angehört hatte. Die Risiken seien als "sehr gering und beherrschbar" eingestuft worden.
"Die Universität Lübeck ist ohne den Studiengang Medizin nicht überlebensfähig", heißt es in dem Papier. Fast alle übrigen Studiengänge seien eng mit dem Medizinbereich verzahnt. Private Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen verlören in diesem Fall ihren Kooperationspartner. Auch die Fraunhofer-Projektgruppe für Marine Biotechnologie könne ihre Arbeit nicht fortführen.
Proteste bei der Opposition
Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) dagegen spricht öffentlich bisher von einer Stärkung der Uni im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und setzt dabei vor allem auf das geplante Fraunhofer-Institut.
Bei der Opposition im Landtag löste das Papier Proteste aus. Die SPD forderte die Regierung auf, die absehbaren Folgen der Beschlüsse der Haushaltsstrukturkommission für die Hochschulen offenzulegen. Die Grünen sprachen von einem unglaublichen Vorgang. Die Regierung führe die Öffentlichkeit hinters Licht. Der SSW warf Schwarz-Gelb vor, nicht mit offenen Karten zu spielen.
An der Uni Lübeck gibt es derzeit 1455 Studienplätze für Humanmedizin. Der Studiengang soll ab dem Wintersemester 2011/12 geschlossen und mit dem der Uni Kiel verschmolzen werden.
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