SCHLESWIG-HOLSTEIN

 

"TS Hamburg"

Endstation Schiffsfriedhof - Aufruhr von Politikern und Fans

05. März 2009 | Von lno

Ein Bild aus besseren Zeiten: Die 196 Meter lange "Maxim Gorkiy", einst "TS Hamburg", 2005 auf der Werft "Blohm + Voss". Foto: dpa

Endstation Alang: Das ehemalige Kreuzfahrtschiff "TS Hamburg" hat den Schiffsfriedhof in Indien erreicht. Die Empörung in Hamburg ist groß.

Hamburg. Schon vorige Woche ist der fast 200 Meter lange Luxusliner auf den Strand gezogen worden, demnächst soll mit seiner Zerlegung begonnen werden. Damit haben sich die allerletzten Hoffnungen zerschlagen, den einstigen maritimen Stolz der Stadt noch retten zu können.

Das Schiff hatte bis zuletzt als "Maxim Gorki" die Weltmeere befahren, war dann vom Reeder wegen des unwirtschaftlichen Turbinenantriebs an einen Abwracker verkauft worden.

Wie berichtet, hatten Maritim-Fans aus Hamburg, Schleswig-Holstein und anderen Teilen Deutschlands versucht, das Schiff vor der Verschrottung zu bewahren. Eine Gruppe von Investoren wollte die "TS Hamburg" als Hotel und Konzertschiff in den Hamburger Hafen holen. Dafür standen zehn Millionen Euro bereit. Als die Stadt zusätzliche Investitionen verlangte, unter anderem für das Ausbaggern des Liegeplatzes, zogen sich die Geldgeber zurück.

"Vorsätzlicher Mord" an dem Kreuzfahrtschiff

Der Hamburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Hans Lafrenz, der die Rettungsversuche koordiniert hatte, reagierte verständnislos: "Der Senat hat die Chance für die Ansiedlung eines Unternehmens mit 400 bis 600 Arbeitsplätzen und den Erhalt eines Denkmals hamburgischer Schifffahrtsgeschichte für immer vergeben."

Auch im Internet herrscht helle Empörung. In diversen Foren beschimpfen wütende Schreiber Hamburgs Politiker und die Hafenbehörde HPA. Während viele Autoren schlicht ihre Trauer bekunden, greifen andere die Verantwortlichen scharf an, beschimpfen diesen als "dumm", "unfähig" und "ignorant". Und das sind noch die harmloseren Bewertungen. Ein "Christian Bindemann" wirft den Verantwortlichen "Machtgeilheit und Geldgier" vor. Ein "Dieter Böhmer", Mitglied des Clubs ehemaliger Köche des "TS Hamburg", spricht von "vorsätzlichem Mord" an dem Kreuzfahrtschiff. Ein "Torsten Ruthenschröer" empfiehlt drastische Strafen für Politiker und Beamte: "Teeren, federn und aus der Stadt jagen wäre für die Mörder nicht angemessen genug." Und ein "Christoph" fleht: "Herr, lass Hirn regnen!"


 

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