SCHLESWIG-HOLSTEIN
Gefährliches Feuerwerk
Polizei jagt Böller-Händler
Hamburg. Wieder und wieder warnt die Feuerwehr vor unsachgemäßem Umgang mit Silvesterknallern. Dennoch waren auch in dieser Neujahrsnacht wieder Schwerverletzte zu beklagen. Jetzt fahndet die Polizei nach einem Fliegenden Händler, der für zwei blutige Unglücke mit Böllern in Hamburg verantwortlich sein könnte. Eines der Opfer schwebt in Lebensgefahr, das andere liegt mit einem zertrümmerten Bein im Krankenhaus.
Laut Ermittlern hatte der 40 bis 50 Jahre alte Unbekannte in den Tagen vor dem Jahreswechsel auf dem Parkplatz eines Baumarktes an der Bargteheider Straße (Rahlstedt) aus einem Pkw heraus Knaller der höchsten Gefahrenstufe IV verkauft. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: "Nur ausgebildete Feuerwerker dürfen derartige professionelle Großfeuerwerke zünden. Für nicht ausgebildete Personen besteht Lebensgefahr."
"Römisches Licht" geriet außer Kontrolle
Nachweislich verkaufte der Gesuchte dabei Stücke des Profi-Feuerwerks "Römisches Licht". Eines davon geriet in der Silvesternacht außer Kontrolle. Der Sprengkörper war laut Schöpflin unzureichend an einem Gartenzaun angebracht. Während der mehrstufigen Explosionen riss die Papphülse, der Böller kippte um, und eine der Ladungen traf eine unbeteiligte Frau (25) am Bein. Sie erlitt Brüche von Schien- und Wadenbein sowie weitere Verletzungen; möglicherweise muss ihr Unterschenkel amputiert werden.
Noch schlimmer endete der Umgang mit einem Klasse-IV-Knaller namens "Kugelbombe" auf St. Pauli. Ein 38-Jähriger hatte das Feuerwerk in einem Startrohr gezündet, offenbar ohne zu wissen, dass die Explosion unmittelbar nach dem Entzünden der Lunte erfolgt. Der Mann wurde am Kopf getroffen und ringt jetzt mit dem Tod. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die "Kugelbombe" ebenfalls von dem Fliegenden Händler stammt.
Die Polizei sucht Zeugen, die den Mann beim Baumarkt oder andernorts gesehen haben. Der Gesuchte ist etwa 1,80 Meter groß, hat dunkle Haare und sprach Hochdeutsch. Er trug Blue Jeans und eine dunkle Daunenjacke. Bei seinem Auto handelt es sich um eine silbergraue Limousine vermutlich ausländischen Fabrikats mit Hamburger Kennzeichen. Hinweise ans Landeskriminalamt unter Telefon 040/4286-56789.
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