SCHLESWIG-HOLSTEIN

 

Kinderhilfswerk Plan International

Paten helfen Kindern - ein Dankesfest

02. März 2009 | Von Wolfgang Blumenthal

Zum Abschluss der Plan-Song: Der Kinder- und Jugendchor St. Michaelis gestern in der Hamburgischen Staatsoper. Fotos: Blumenthal

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Das Kinderhilfswerk Plan International feierte den 20. Geburtstag mit viel prominenter Unterstützung.

Hamburg. Es ist eines der ältesten Kinderhilfswerke der Welt - Plan International. Die Gründung geht auf das Jahr 1937 zurück. Das deutsche Plan-Büro hingegen ist beinahe so jung wie das vereinigte Deutschland, es wurde 1989 gegründet. Anlässlich des 20. Geburtstages bedankte sich am Sonntag Plan Deutschland mit einer großen Matinee in der Hamburgischen Staatsoper bei engagierten Paten, Spendern und Helfern.

Es war ein Festakt auch im Schatten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise: Der Vorsitzende des Kinderhilfswerks, Paul Arlman, warnte vor einem starken Spendenrückgang. "Hoffen wir, dass die Bevölkerung in den reicheren Teilen der Welt sich darüber im Klaren ist, dass die Kinder in den ärmeren Ländern ihre Zukunft nicht ohne Hilfe durch Organisationen wie Plan gestalten können", so Arlman.

Plan International in 48 Ländern

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali moderierte eine informative und musikalische Reise durch die ärmsten Regionen der Welt in Asien, Afrika und Lateinamerika. Hier wirkt Plan International in 48 Ländern, finanziert nachhaltige und kindorientierte Selbsthilfeprojekte hauptsächlich über Patenschaften. Der Monatsbeitrag von 25 Euro stärkt gezielt das Umfeld des Kindes und kommt nicht nur dem Patenkind, sondern der ganzen Gemeinde zugute.

Von den weltweit 1,2 Millionen Kinderpatenschaften betreut das deutsche Plan-Büro inzwischen 280.000, erreicht damit mehr als zwei Millionen Menschen. Maßgeblich beigetragen hat dazu die Schleswig-Holsteinerin Marianne M. Raven, die in Osdorf bei Eckernförde geboren und in Barmstedt (Kreis Pinneberg) aufgewachsen ist. Seit Gründung des deutschen Plan-Büros in Hamburg ist die 58-Jährige Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. "Unter Frau Raven ist Plan Deutschland zu einer der drei großen Nichtregierungsorganisationen gewachsen", sagte Kuratoriumsmitglied Dr. Uwe Thomas (70), ehemals Staatssekretär und Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein.

35.000 neue Patenschaften nach RTL-Show

Marianne M. Raven kann in den 20 Jahren auf manche Sternstunde zurückblicken - so auf eine RTL-Show im Jahre 1995. "Die brachte auf Anhieb 35.000 neue Patenschaften", berichtet Raven. "Das Telefon klingelte noch viele Tage nach der Show."

Es gab aber auch erschütternde Erlebnisse: Mit einer Plan-Delegation war sie im afrikanischen Mali auf die Beschneidung eines Mädchens gestoßen. Brutal und menschenverachtend, das Kind hatte sich beim Widerstand gegen die kulturell entwickelte Misshandlung die Arme gebrochen. "Wir haben stundenlang nur geheult", erinnert sich Marianne M. Raven. So legt die Plan-Geschäftsführerin viel Wert auf die Mädchen-Kampagne des Kinderhilfswerkes. In allen 48 Projekt- und 13 Geberländern will Plan International darauf hinwirken, dass stets am 22. September der Internationale Mädchentag ausgerufen wird.

Henning Mankell feierte mit

Zur gestrigen Geburtstagsfeier erhielt Plan Deutschland viel prominente Unterstützung - unter anderem vom schwedischen Bestseller-Autoren Henning Mankell oder von Hamburgs zweiter Bürgermeisterin Christa Goetsch.

Auftritte der Schauspielerin Katja Riemann als Sängerin, des Landesjugendorchesters Hamburg, der Ballettschule von John Neumeier sowie der indischen Sängerin Shweta und der Ensemblemitglieder von "König der Löwen" faszinierten die mehr als 1000 Gäste. "Alle Künstler verzichteten auf ihre Gage", sagte Dr. Werner Bauch, Vorsitzender von Plan Deutschland. "Und dank der Sponsoren war dies ein Fest ohne Kosten für den Verein."

Ein geladener Prominenter fehlte allerdings: Udo Lindenberg. Beginn 11 Uhr - das sei ihm etwas zu früh gewesen, teilte das Plan-Büro mit. Lieber habe er 10.000 Euro gespendet - für ein Plan-Projekt in Kolumbien.

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