KULTUR
Hamburg
Paolo Nutini rettet verregnetes Elbjazz-Festival
Hamburg. Die Macher vom Elbjazz Festival in Hamburg erklärten in ihrem Programmheft, der rote Faden ihres Musikfestes sei blau - gemeint war die Elbe. Doch am Wochenende gab es nicht nur einen blauen Faden, sondern tausende der sprichwörtlichen Bindfäden, in Form von Regen. 15.000 Jazz-Fans ließen sich aber nicht davon abhalten, das Festival zu besuchen. 5000 mehr als bei der Elbjazz-Premiere.
Über 280 internationale Künstler präsentierten Jazz in all seinen Facetten und ließen Regenschauer oder Windböen an den Open-Air-Bühnen schnell vergessen. Gemeinsam mit einem begeisterten Publikum sorgten sie für eine fröhliche Festivalstimmung, so dass sich Elbjazz in Sachen Vielfalt und Atmosphäre bereits mit seiner zweiten Auflage in die Riege der großen internationalen Jazz-Festivals einreihen kann. "Hinter den Kulissen gibt es zwar noch kleine Pannen, aber insgesamt läuft es super", sagte Festival-Initiatorin Tina Heine, die sich am Sonnabendabend den Auftritt von Paolo Nutini auf dem Werftgelände von Blohm + Voss nicht entgehen ließ. Mit Liedern seines aktuellen Albums "Sunny side up" fiel es dem schottischen Shooting-Star unter den Songwritern leicht, dass Publikum zu begeistern.
Vor allem bei seiner flotten Dixieland-Nummer "Pencil full of lead" tanzten die Regenschirme. Hier glänzte der 24-jährige Musiker mit einem beeindruckend schnellen Gesang, bei dem selbst sein Drummer Thomas Simon sich mächtig ins (Schlag-)Zeug legen musste, um mitzukommen. Spätestens beim zuckersüßen "Candy" hatte dann jeder im Publikum den Regen vergessen. Wobei sich bei "New shoes" wohl viele wünschten, trockenes Fußwerk zu haben, abgesehen von einigen, die in Gummistiefeln gekommen waren.
(sbo, shz)
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