KULTUR

 

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Operngala mit exotischen Raritäten

15. August 2011 | 09:57 Uhr | Von Wolfgang Butzlaff

Zwischen Südafrika und der Türkei: Bei der Operngala des Schleswig-Holstein Musikfestivals im Kieler Schloss ging es exotisch zu.

Kiel. Auf dem Programm der traditionellen Festival-Operngala standen anstelle von beliebten Arien Ausschnitte aus wenig bekannten Werken mit exotischer Handlung. Von jungen Stimmen mit großer Intensität vorgetragen. Gestützt von der NDR Radiophilharmonie, diesmal unter Leitung des Polen Lukasz Borowicz (34), der schon seit vier Jahren Chef des Warschauer Rundfunk-Sinfonie-Orchesters ist. Bei der einleitenden Reverenz vor dem diesjährigen Schwerpunktland Türkei, der Ouvertüre zu Rossinis "Der Türke in Italien", feuerte er mit Einsatz des ganzen Oberkörpers die Musiker mehr an, als sie es nötig hatten. Bei pausenlosen nervösen Impulsen fehlten seinem Dirigierstil zu Steigerungen die Reserven. Gut gelang ihm dennoch das orientalisch klingende Bacchanale aus "Samson et Dalilah" von Saint-Saëns.

In einer Arie aus Rossinis "Semiramide" präsentierte sich die junge Südafrikanerin Pretty Yende (26) mit herrlichem Material als aufstrebender Koloratursopran. Berückend schon der Schmelz ihrer Mittellage und die raumfüllende Kraft ihrer Stimme. Nur bei etwas schrillen Spitzentönen hatte sie bisweilen Intonationsprobleme. Als Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper hat die ukrainische Mezzosopranistin Zoryana Kushpler den sängerischen Gipfel schon erreicht. Der begabten Komödiantin gelang es aus einem Duett aus "L’Italiana in Algeri" eine amüsante Theaterszene zu machen und damit die nüchterne Konzertatmosphäre aufzulockern. Ihrem warmem Timbre und ihrer perfekten Stimmführung als Dalilah zuzuhören war ein ungetrübter Genuss.

Musikalische Glanzlichter

Ihr Duettpartner Kartal Karagedik (27), ein türkischer Bariton, wurde in einer Arie aus Jules Massenets "Thaïs" leider vom Orchester förmlich zugedeckt, konnte sich aber nach Duetten mit jeder der beiden Sängerinnen in einem Solo aus den "Perlenfischern" doch noch rehabilitieren.

Nach einem einschmeichelnden Duett der beiden Frauenstimmen aus Delibes' "Lakmé" vereinten sich alle Mitwirkenden in der Zugabe zum musikalischen Glanzlicht des Abends, einem Terzett aus Mozarts "Così fan tutte". Ende gut, alles gut!

(shz)


 

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