SCHLESWIG-HOLSTEIN
Verdi
Mehrtägiger Busfahrerstreik im Norden
Die Busfahrer streiken wieder. Erstmals legen sie im aktuellen Tarifkonflikt nun die Arbeit mehrere Tage lang nieder. Foto: dpa
Im Tarifkonflikt im privaten Busverkehr haben in Schleswig-Holstein und Hamburg erstmals mehrtägige Streiks begonnen. Mit Beginn der Frühschicht um 3 haben rund 300 Beschäftigte der Elmshorner Verkehrsgesellschaft (EVG) und der Pinneberger Verkehrsbetriebe in Schenefeld die Arbeit niedergelegt. Rund 60 Mitarbeiter der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KviP) versammelten sich eine Stunde später, um sich für eine Erhöhung der Löhne und Gehälter auf das Niveau der übrigen Tarifverträge im Omnibusgewerbe einzusetzen. Verdi-Sprecher Frank Schischefsky hatte am Montag einen "Arbeitskampf" abgekündigt, der "länger als 24 Stunden" andauern soll.
Im Laufe des Dienstags wollen rund 220 Busfahrer in den Ausstand treten - etwa 300 Busse sollen an diesem Dienstag nach Angaben eines Verdi-Sprechers insgesamt in den Depots bleiben. Davon sind nach Gewerkschaftsangaben rund 140.000 Pendler im Norden betroffen. Für den Transport von Schülern und Behinderten gibt es eine Ausnahmeregelung.
Wie Verdi inzwischen mitteilte, soll der Streik am Donnerstag, den 25. Februar, mit Betriebsbeginn ausgesetzt werden. Das bedeutet, dass ab Donnerstagmorgen, 3 Uhr, die Busse wieder nach dem Fahrplan fahren. Die Nachtbusse 601 und 602 werden jedoch vom 24. auf den 25. Februar nicht fahren. Es ist aber nicht auszuschließen, dass Verdi zu weiteren Streiks aufruft.
Druck soll erhöht werden
"Wir wollen einfach jetzt den Druck erhöhen", sagte ein Verdi- Sprecher. "Das, was zur Zeit vorliegt, ist nicht verhandelbar." Verdi verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter auf das Niveau der übrigen Tarifverträge im Omnibusgewerbe. "Wir hoffen, dass wir auch ohne Schlichtung zu einem Ergebnis kommen", sagte er und kündigte an, Verdi werde die Streiks unter Umständen räumlich ausweiten.
"Wir werden erstmalig einen Arbeitskampf ausrufen, der länger als 24 Stunden andauern soll", sagte Verdi-Pressesprecher Frank Schischefsky am Montag. Der Tarifstreit zieht sich schon seit Monaten hin. Bereits Anfang November hatte es Warnstreiks gegeben. Verdi verlangt eine Anhebung von Löhnen und Gehältern auf das Niveau der übrigen Tarifverträge im Omnibusgewerbe.
Viele Fahrgäste in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Omnibus-Verband Nord (OVN) reagieren inzwischen überaus verärgert über den Arbeitskampf der Busfahrer. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen", erklärte OVN-Geschäftsführer Walter Koch. Sein Verband habe gute Angebote vorgelegt. Dazu gehörten Einkommenserhöhungen zwischen 6 und 7 Prozent bei einer Laufzeit von 25 Monaten. "Anstatt auf das Angebot eines Spitzengesprächs einzugehen, werden wieder zigtausend Fahrgäste verärgert. Die Schuld hierfür liegt einzig und allein bei den Streikenden", meinte Koch.
Folgende Buslinien sind nach Angaben der Gewerkschaft vom Streik betroffen:
- die MetroBusse 1, 2, 3, 15, 21, 22.
( L 22 wird zwischen S-Stellingen und U-Kellinghusenstr. von der Hamburger Hochbahn nach dem Fahrplan bedient.)
- die SchnellBusse 48 und 49
- die StadtBusse 185, 186, 189, 256, 284, 285, 286, 288, 289, 389, 489, 585, 589.
Mit einigen Fahrten die Linien 195 (einige Fahrten in den Morgenstunden), 196, 281, 594, 7141 und 6541.
- die NachtBusse 601, 602
- der Stadtverkehr Elmshorn mit den Linien 500, 501, 502, 503, 504, 505, 506, 507
- die KVIP-Linien 60, 61, 63, 66, 67, 68, 73, 489, 589 und 789
Auf den bestreikten Linien werden KEINE Busse verkehren.
Folgende Schulfahrten dürfen aufgrund einer Notdienstvereinbarung zwischen der PVG und ver.di stattfinden:
Linie 6541:
11:58,12:58 Barmstedt - Langeln
Linie 6542:
06:34 Hörnerkirchen - Barmstedt
07:29 Hörnerkirchen - Barmstedt
10:45 Lutzhorn - Barmstedt
11:58, 12:56, 13:50, 15:30 Barmstedt - Hörnerkirchen
Linie 6543:
06:48 Bullenkuhlen - Barmstedt
06:53 Ellerhoop - Barmstedt
07:30 Barmstedt - Barmstedt
07:38 Bevern - Barmstedt
08:18 Barmstedt - Barmstedt
11:05, 12:00, 12:57, 13:50, 15:30 Barmstedt - Barmstedt
Linie 6544:
06:22 Hohenfelde - Barmstedt
07:05 Barmstedt - Dauenhof
07:26 Dauenhof - Barmstedt
08:22 Dauenhof - Barmstedt
09:00 Barmstedt - Barmstedt
11:05, 11:58, 12:55, 13:52 Barmstedt - Barmstedt
Linie 489:
07:10 Wedel - Elmshorn
Linie 505:
06:40 BF Elmshorn - KGSE
07:45 BF Elmshorn - KGSE
12:26, 13:18, 14:20 Elmshorn - Elmshorn
Linie 506:
06:51 Seester - Elmshorn + Schwimmfahrten Elmshorn
07:12 Elmshorn - Seester
12:35 Elmshorn - Seestermühe
13:24 Doormannschule - Seestermühe
Linie 507:
07:18 Raa-Besenbek - Elmshorn
12:00, 13:18 Elmshorn - Raa-Besenbek
Linie 7141:
06:33 B.-Oldesloe- Henstedt Ulzburg
Schulbus Kolmar:
07:05 ab Kolmar -8:30, 11:30 14:30 Grundschule
Lebenshilfe Elmshorn:
6:30 7:30, 14:45 16:15
Linie 285:
06:59 Schenefeld Mitte - Pinneberg, anschließend Schwimmfahrten in Pinneberg
Linie 774/775:
07:10 und 07:45 Rellingen - Rellingen
12:55, 11:30 Rellingen - Rellingen
Linie 781:
06:59 Ellerbek (Friedrich-Schröder-Platz) - Halstenbek
07:49 Ellerbek (Friedrich-Schröder-Platz) - Halstenbek
13:10 Halstenbek - Ellerbek
15:05 Wolfgang-Borchert Gymnasium - Ellerbek
15:55 Wolfgang-Borchert Gymnasium - Ellerbek
Leserkommentare
Da können sich ja wieder einige Gewerkschaftsfunktionäre auf die Schulter klopfen. Die nächsten Fahrpreiserhöhungen gibt es bestimmt. Kennen wir ja schon zu genüge. Und wer bezahlt das...Die Fahrgäste haben es ja. Diese investieren gerade in andere Preiserhöhungen ihre Gehaltserhöhung.
So geht die Lohn / Preisspirale immer weiter nach oben. Im Ergebnis werden wir erleben, dass Busfahrer zum Arbeitsamt gehen. Unrentable Buslinien verschwinden aus den Fahrplänen (siehe Rendsburg) wo die Fahrgastzahlen nicht mehr die Kosten aufbringen.
Leider geht es den Mitgliedern der Gesellschaften ähnlich wie den Leuten die dem Rattenfänger von Hameln hinterher gelaufen sind und am Ende ist nach einer Gehaltserhöhung nicht mehr, sondern weniger im Geldbeutel.
Ob die Busfahrer dann zum Arbeitsamt gehen, oder zum Sozialzentrum, um ihr Gehalt aufzustocken, wo ist da der Unterschied ?
Klar die Unternehmen freuen sich das die Gehälter ihrer Angestellten vom Steuerzahler zum großen Teil subventioniert werden.
Zahlen müssen sie also so oder so Herr Hensen.
Unrentable Buslinien ?, die gibts noch ?
Das Problem mit den Löhnen wäre mit einem Mindeststundenlohn halb so wild.
wenn WIR als Dienstleister für einen der grössten Papierhersteller in Europa auf die Schnapsidee kämen, unsere Leistungen zu bestreiken weil unser Chef uns nach unserer Meinung nicht genug zahlt und unser KUNDE darunter leiden müsste, das wäre geschäftsschädigend und Erpressung !!! Der Kunde ist nicht nur Kunde sondern auch derjenige der zahlt ! Und wenn der Kunde nicht mehr zahlt, gibts kein Gehalt mehr.
Wenn die Müllleute streiken bleibt der Müll eben liegen, ist eh schon alles vermüllt in unserem verkommenen Land. Aber wenn die Mobilität von 10tsd, 100tsd oder noch mehr Menschen mutwillig eingeschränkt wird, diese Leute nicht mehr ihrer Arbeit nachkommen können, zu spät sind, Termine nicht wahrnehmen können oder notwendige Arztbesuche machen etcetc., das ist eine Schweinerei !
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Das Ende vom Lied: mehr Geld, weniger Leute(da Profit5gier der Unternehmen=Entlassungen) und der rest hat dann alles aufzufangen.
Die gewerkschaften in GB waren genauso drauf und ? Hört man noch was? NEIN!
Die Mitgliederbeiträge sind deren Gehaltssicherungen