WIRTSCHAFT

 

Fachinformatik

Mathe ist mehr als ein Schulfach

07. Dezember 2009 | 00:58 Uhr | Von sh:z

Wiebke Schmidt und Jasmin Zielke sind Vorzeigefrauen. Die beiden 20-Jährigen machen eine Ausbildung zur Fachinformatikerin.

Kiel. Dabei gibt es nach den Aussagen zahlreicher Firmen und Unternehmensverbände viel zu wenig Schulabgänger, die sich für eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung oder ein Studium in der Fachrichtung interessieren. Und besonders Frauen sind in diesen Berufen unterrepräsentiert. Dabei war die Berufswahl für Wiebke Schmidt eigentlich nichts Besonderes: "Ich habe Freunden schon immer geholfen, wenn sie Probleme mit ihrem Computer hatten", sagt Schmidt. "Und in den Ferien habe ich bei einer Computerfirma gejobbt." Auch Jasmin Zielke begann schon während ihrer Schulzeit, sich für Computer und die Technik, die dahinter steckt, zu begeistern. Die Telekom in Kiel bietet den beiden Frauen ab dem zweiten Ausbildungsjahr sogar noch zusätzliche Unterrichtsstunden an, die ihnen bei einem anschließenden Studium zugute kommen.

Um auch andere Jugendliche davon zu überzeugen, dass Naturwissenschaften nicht nur lästige Schulfächer sind, hat die Wirtschaft zahlreiche Projekte gestartet - vom Girls-Day über Praktika bis hin zu zusätzlichen Bildungsangeboten während der Ausbildung. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) haben zudem die Initiative Mint ins Leben gerufen. Mint steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Auf ihrer Internetplattform www.mintzukunft.de bietet die Initiative nicht nur Schülern, Eltern und Lehrern einen Überblick über die zahlreichen Projekte, es gibt auch eine klare politische Botschaft: Der Unterricht an Schulen und die Lehre an Hochschulen muss verbessert werden.

"Auch wenn die Wirtschaftskrise den Fachkräftemangel im Augenblick überdeckt, so ist er doch vorhanden", sagt auch Hans Joachim Beckers, Geschäftsführer der IHK Kiel und Fachmann für Ausbildungsfragen im Land. Die Industrie- und Handelskammern setzen seit einigen Jahren verstärkt auf Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben. Und sie haben ein eigenes Internet-Portal ins Leben gerufen: www.tecnopedia.de. Die Online-Plattform informiert unter anderem über regionale Angebote. Sie soll Lehrer dabei unterstützen, ihren Unterricht in den Mint-Fächern interessanter und vor allem praxisnah zu gestalten - und das schon ab dem Grundschulalter.


 

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