SCHLESWIG-HOLSTEIN
Umfrage
Gute Note für Wirtschaftsstandort
Kiel. Vernünftige Verkehrsanbindung, Ausbau der Datennetze, kooperatives Verwaltungshandeln. Eine gut ausgebaute wirtschaftsnahe Infrastruktur ist Voraussetzung für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Auch Schleswig-Holstein befindet sich national wie international im zunehmenden Standortwettbewerb. Wie zufrieden die hiesige Wirtschaft mit ihrem Standort ist, hat die IHK Schleswig-Holstein jetzt im Rahmen einer Umfrage bei 500 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen ermittelt.
Das Ergebnis: Die IHK-Mitgliedsunternehmen fühlen sich in Schleswig-Holstein überwiegend wohl. "Wir freuen uns auch, dass sich die Standortzufriedenheit gegenüber der letzten Umfrage leicht verbessert hat", erklärte gestern Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein. Die Auswertung zeige jedoch auch deutlich, wo den Unternehmen der Schuh drückt: beim Bürokratieabbau, den Fachkräften, den Standortkosten und beim Infrastrukturausbau. "Hier gilt es, trotz leerer öffentlicher Kassen an den Schwächen zu arbeiten", so Stein.
Breitband-Anbindung wichtigster Standortfaktor
Mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 2,66 (Schulnotensystem) hat sich die Beurteilung gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2006 (2,88) signifikant verbessert. Die Beurteilung wäre sogar noch besser ausgefallen, wenn Firmen nicht Wettbewerbsnachteile insbesondere durch hohe Energie- und Stromkosten sowie Gewerbesteuern sehen würden.
Im Bereich der Infrastruktur hat sich die Breitband-Internetanbindung zum wichtigsten Standortfaktor entwickelt. "Auch wenn sich 60 Prozent der Unternehmen mit ihrer Anbindung an das weltweite Datennetz zufrieden zeigen, so bleibt hier doch noch ein erheblicher Ausbaubedarf", so Stein. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der ebenfalls als dringlich bewerteten überregionalen Erreichbarkeit über das Straßennetz. Beim Thema Arbeitsmarkt und Qualifizierungsangebot liegt das Hauptaugenmerk der Unternehmen auf der Verfügbarkeit von qualifizierten Facharbeitern. Über 50 Prozent der Unternehmen sehen hier Probleme. Laut Stein ein deutlicher Hinweis auf den auch in Schleswig-Holstein zunehmenden Fachkräftebedarf. Als überdurchschnittlich wichtig werden auch die Qualität der Bildungseinrichtungen und die Verfügbarkeit von Führungskräften eingestuft.
Punkten mit Kundennähe
Punkten kann das Land zwischen den Meeren bei der Standortattraktivität besonders in den Bereichen Umwelt- und Lebensqualität sowie Kundennähe. Diese als wichtig eingestuften Standortfaktoren werden sehr positiv bewertet. "Beim Standortimage muss sich Schleswig-Holstein allerdings noch steigern, insbesondere im Bereich des Regionalmarketings sehen die Unternehmen Verbesserungsbedarf", mahnt Stein.
Beim Standortklima haben für die Wirtschaft die Serviceorientierung der Verwaltung und die Dauer von Genehmigungsverfahren besondere Bedeutung. Nur 40 Prozent bestätigen der Verwaltung Unternehmerfreundlichkeit. Mit den bisherigen Erfolgen beim Abbau von Verwaltungsauflagen zeigen sich sogar nur 22 Prozent der Unternehmen zufrieden. "Strukturreformen in den Verwaltungsebenen scheinen damit notwendiger denn je. Dies belegen die Umfrageergebnisse eindeutig", so die IHK.
Die Frage nach der Absicht, den Unternehmensstandort oder Teile des Unternehmens zu verlegen, beantworten 86 Prozent der Gewerbetreibenden negativ. Zehn Prozent der Unternehmen denken derzeit über einen Standortwechsel innerhalb der Region nach, und rund vier Prozent spielen mit dem Gedanken, ihren Unternehmensstandort innerhalb Deutschlands zu verlegen. Ein Wechsel ins Ausland kommt nur für weniger als ein Prozent der Firmen in Frage.
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