SCHLESWIG-HOLSTEIN
Stipendium der Stiftung "kunst:raum sylt-quelle"
Berliner Schriftsteller wird 10. Sylter Inselschreiber
Sylt. Der Berliner Schriftsteller Gernot Wolfram ist von der Jury der Stiftung "kunst:raum sylt-quelle" für das kommende Jahr zum 10. Sylter Inselschreiber gewählt worden. 200 Autorinnen und Autoren hatten sich mit Textbeiträgen zum Wettbewerbsthema "Der Weg hinaus" um das Stipendium beworben. Die von Wolfram eingereichte Geschichte "Die Begegnung mit dem Oktopus" zeichnete sich dabei, so die Jury in ihrer Begründung, nicht nur durch "eine abgründige Darstellung der Angst der Kreatur in den letzten Augenblicken ihrer Existenz" aus, sondern auch wegen ihrer "raffinierten Konstruktion."
Das Stipendium umfasst ein Preisgeld von 5000 Euro, einen zweimonatigen Aufenthalt in Rantum sowie einen Aufenthalt im südafrikanischen Johannesburg. Bisherige Inselschreiber waren unter anderem Moritz Rinke (2002), Juli Zeh (2004) und Franzobel (2008). Der 35-jährige, aus dem sächsischem Zittau stammende Preisträger studierte an der Freien Universität Berlin Germanistik und Kommunikationswissenschaft. Neben einer Vielzahl von publizierten Artikeln und Essays in deutschen Tageszeitungen veröffentlichte Wolfram den Erzählband "Der Fremdländer", aus dem ausgewählte Erzählungen in acht Sprachen übersetzt wurden sowie 2006 den Roman "Samuels Reise". Das Manuskript seines neuen Romans "Die Feuersäule" hat der Berliner soeben beendet. Es hat den Anschlag auf die Synagoge im tunesischen Djerba zum Inhalt, bei dem seinerzeit vierzehn Deutsche den Tod fanden. "Es ist aber kein Roman über den Terrorismus, sondern die Verarbeitung eines tragischen Geschehens," so der Autor.
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