SCHLESWIG-HOLSTEIN

 

Christian-Albrechts-Universität

Belastung von Studenten geringer als gedacht

25. November 2010 | 08:00 Uhr | Von kim

Studenten der Kieler Universität wurden durch die Umstellung auf den Bachelor-Abschluss nicht so belastet, wie dies oft befürchtet worden ist.

Die Arbeitsbelastung von Bachelorstudenten der Uni Kiel ist geringer als im Zuge der Reform der Studiengänge vermutet wurde. Dies ergab eine Umfrage.

Vor exakt einem Jahr probten die Studenten bundesweit den Aufstand gegen die neuen Bachelor-Studiengänge. Auch in Kiel protestierten sie mit Hörsaal-Besetzungen gegen überfrachtete Lehrpläne, Prüfungsstress, schlechte Betreuung und 60-Stunden-Wochen. Doch jetzt stellt sich heraus: So schlimm ist es gar nicht. "Die Bachelor-Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) schätzen ihren Arbeitsaufwand weniger hoch ein, als im Zuge der Reform der Studiengänge oftmals vermutet wurde", fasste gestern CAU-Vizekanzler Frank Kempken das Ergebnis der dritten Bachelor-Umfrage zusammen, die an der CAU im Sommersemester 2010 bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde. Bei der Befragung von 3415 der etwa 8000 Studenten, die inzwischen nach dem so genannten "Bologna-Regeln" studieren, gaben nur weniger als ein Drittel der künftigen Akademiker an, in der Vorlesungszeit mehr als 40 Stunden pro Woche ins Studium investiert zu haben. In der vorlesungsfreien Zeit sind es sogar weniger als zehn Prozent. "Eine übermäßig hohe Belastung, wie sie oft behauptet wird, lässt sich aus diesen Zahlen also nicht ableiten", so Kempken.

Zu ähnlichen Ergebnissen war bereits vor Wochen der Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister gekommen, der Studenten an sechs Unis über mehrere Wochen protokollieren ließ, wie lange sie täglich im Hörsaal oder am Schreibtisch büffeln. Der mittlere Aufwand fürs Studium lag demnach bei 26 Wochenstunden - und auch das nur, weil einzelne besonders Strebsame den Durchschnitt hoben. Gut ein Viertel kommt sogar mit 20 Stunden und weniger durch die Semester.

Als Konsequenz aus der jüngsten Kieler Befragung wurde die Prüfungsdichte zum Semesterende entzerrt, hunderte Fachprüfungsordnungen geändert und Regelungen vereinheitlicht. Ein Schritt, der Wirkung zeigt: Im Vergleich zu 2009 beurteilten die Studierenden die Prüfungsorganisation dieses Jahr deutlich besser. Erhoben wurde auch, warum sich die Bachelor-Studierenden für Kiel als Studienort entschieden haben. Fast 73 Prozent nannten als Grund, dass dort keine Studiengebühren erhoben werden. Auf Rang 2 liegt die Nähe zum Heimatort (59,5 Prozent), dann folgen die attraktive Umgebung mit knapp 30 Prozent und der Ruf des gewählten Studienfaches mit 18,5 Prozent. Die Platzierung der CAU in Rankings spielt mit 9,9 Prozent eher eine untergeordnete Rolle. Insgesamt gaben 72,9 Prozent der Bachelor-Studierenden den Studienbedingungen an der CAU die Note "sehr gut", "gut" oder "befriedigend". Im Vorjahr lag dieser Wert bei 72,6 Prozent.


 

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